Möbelbau aus dem Computer

Neubau für eine Million: Tischlerei Bonnet bald in Hofgeismar

Am Bauplatz in Hofgeismar übergab Vizelandrat Andreas Siebert (Mitte) den Bescheid über 196 000 Euro für den Neubau an Heiko Bonnet (rechts, mit Frau Nadine). Auch Bürgermeister Markus Mannsbarth und Peter Nissen (Regionalentwicklung) zeigen alte Werkzeuge als Kontrast zur künftigen Computertechnik.
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Ab in die Zukunft: Am Bauplatz in Hofgeismar übergab Vizelandrat Andreas Siebert (Mitte) den Bescheid über 196 000 Euro für den Neubau an Heiko Bonnet (rechts, mit Frau Nadine). Auch Bürgermeister Markus Mannsbarth und Peter Nissen (Regionalentwicklung) zeigen alte Werkzeuge als Kontrast zur künftigen Computertechnik.

Da kommt was Großes auf Hofgeismar zu: Die Tischlerei Bonnet aus Niedermeiser will sich vergrößern und durch neue Techniken ihre Marktposition ausbauen.

Hofgeismar/Niedermeiser - Weil der aktuelle Standort in Niedermeiser keine Erweiterung zulässt, will die Firma nach Hofgeismar umziehen und im Gewerbegebiet Jahnsportplatz eine neue große Werkhalle bauen. Dort kommen dann auch modernste computergesteuerte Maschinen zum Einsatz, die Möbelteile vollautomatisch herstellen, sogar nach Entwürfen der Kunden.

Da sich der bisherige Firmenstandort in einer Hanglage in einem Mischgebiet befindet, platzmäßig ausgereizt ist, keine Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr hat und sich in Liebenau auch kein anderer geeignetes Gelände fand, weicht Firmeninhaber Bonnet nun in die Nachbarstadt Hofgeismar aus. In der künftigen zweistöckigen, etwa 30 Meter langen Werkhalle könnten die Produktionsabläufe optimiert und unproduktive Zeiten reduziert werden. Innen wird in Holzbauweise ein Bürotrakt errichtet, in dem Sanitärräume, ein Sozialraum, ein Büro- und Empfangsraum sowie im Obergeschoss ein Ausstellungsraum, ein Meisterbüro sowie Archiv- und Lagerräume entstehen.

Bonnet saniert auch Denkmäler

Ziel ist es laut Bonnet, durch die Verbesserung der betrieblichen Abläufe den Umsatz und den Ertrag nachhaltig zu steigern. Die 1997 gegründete Firma hat ihr Spektrum über die Jahre aufgefächert und fertigt nicht nur Bauelemente und Möbel, sondern ist auch überregional in Restaurierung und Denkmalsanierung tätig.

So könnte die Halle aussehen: Dieser Vorentwurf zeigt die Straßenseite und die Südseite. An der Endfassung wird noch gearbeitet.

Um die nötige Effektivität im Betrieb zu erreichen, komme man um eine hohe Technisierung nicht mehr herum. Computergesteuerte Fräs-, Säge- und Bohrmaschinen sind oft schon Standard, wobei eine Tischlerausbildung bei der Bedienung von CNC-Maschinen schon von Vorteil sei, weil man sich zum Programmieren das Werkstück vorher dreidimensional vorstellen müsse.

Das Neubauprojekt kostet etwa eine Million Euro, wovon 750.000 Euro auf das Gebäude und der Rest auf den Maschinenpark entfallen. Vieles soll aus dem alten Betrieb mitgenommen werden, aber es sind auch Neuanschaffungen nötig – beispielsweise eine etwa vier mal sieben Meter große Maschine, die aus großen Platten vollautomatisch Holzteile positioniert, aussägt, bohrt und profiliert. Damit können laut Hersteller sogar vom Kunden entworfene Möbel hergestellt werden, deren Daten nur aufbereitet werden müssen.

Vollzeitarbeits- und Ausbildungsplatz geplant

Als Startsignal überbrachte der Erste Kreisbeigeordnete Andreas Siebert am Mittwoch einen Bescheid über die Bewilligung eines Zuschusses von 196.000 Euro aus dem „Bundesprogramm Gemeinschaftsausgabe Agrarstruktur und Küstenschutz“. Das Programm ermögliche die Förderung von gewerblichen Investitionen, wenn damit der Betrieb gesichert und zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden, sagte Siebert. Die Abwicklung und weitere Betreuung läuft über das Servicezentrum Regionalentwicklung des Landkreises in Hofgeismar. Bonnet plant zu den jetzigen neun Arbeitsstellen die Schaffung eines zusätzlichen Vollzeitarbeits- und eines Ausbildungsplatzes.

Mit der Tischlerei sind nun alle Grundstücke im Gewerbegebiet am Jahnsportplatz vergeben, die Stadt muss sich nun Gedanken um eine Erweiterung machen, hieß es.

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