Polizei warnt vor Betrügern

Betrugsmasche: Firma verlangt Geld für angebliche sexuelle Dienste

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Betrugsmasche: Firma verlangt Geld für angebliche sexuelle Dienste

Im Kreisteil Hofgeismar werden immer neue Betrugsmaschen bekannt. Seit einigen Wochen berechnet eine dubiose Firma aus Tschechien einen "Service für Erwachsene". 

Das Hofgeismarer Ehepaar Leimbach wird seit Mitte September mit Schreiben einer Firma WEMO aus Prag traktiert. Die stellt mittlerweile 198 Euro für einen „Service für Erwachsene“ in Rechnung. Adressiert ist die Rechnung an Inge Leimbach. 

Sie soll am 2. August und am 9. September einen „Service für besondere sexuelle Ansprüche“ gebucht haben. Was darunter zu verstehen ist, geht aus der Rechnung der ominösen Firma nicht hervor.

Die erste Rechnung erhielten die Leimbachs am 17. September. „Darauf haben wir natürlich nicht reagiert“, sagt Joachim Leimbach. Der 75-Jährige geht davon aus, dass hier Betrüger am Werk sind, die unbescholtenen Menschen das Geld aus der Tasche ziehen wollen. Denn Kontakt zu einer solchen Firma, die ihren Sitz laut Rechnungsabsender in der Jindrisska 909/14, 11121 Praha, Tschechische Republik, hat, haben die Leimbachs nie gehabt. 

Mahnung von Firma aus Tschechien

Aus diesem Grund hat das Ehepaar auch die erste und zweite Mahnung unbeantwortet gelassen. Darin werden inzwischen neben der angeblichen Dienstleistung für 90 Euro auch 48 Euro Verzugskosten und 60 Euro Überprüfungs- und Bearbeitungsgebühren aufgeführt.

„Uns ist die Vorgehensweise als Betrugsmasche bekannt“, sagt Monique Düker, Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Nordhessen. An wahllos ausgesuchte Geschädigte werden Rechnungen für nicht in Anspruch genommene Leistungen gesandt. 

„Aufgrund des sexuellen Hintergrunds werden die Opfer unter Druck gesetzt, zahlen häufig und sprechen vermutlich in vielen Fällen nicht darüber“, gibt Düker die polizeilichen Erkenntnisse wieder. „Man sollte Rechnungsschreiben dieser Art ignorieren“, sagt die Polizeisprecherin und rät zur Anzeige bei der Polizei. Das haben jetzt die Leimbachs nach der „letzten Mahnung“ getan. 

Polizei und Verbraucherzentrale Niedersachsen warnen vor Betrügern

Auch die Verbraucherzentrale Niedersachsen warnt vor Rechnungen von WEMO aus Prag für Erotikdienstleistungen. Der Rechnungsbetrag laute stets über 90 Euro. In den Mahnschreiben werden daraus 198 Euro incl. Verzugskosten sowie Bearbeitungsgebühren. Vorsicht sei auch geboten bei einer Vielzahl anderer Firmennamen aus Tschechien, die beispielsweise WERSO, Ukara, Harwick, Beromax, Nowack Inkasso oder Monera lauten. 

Das Polizeipräsidium Nordhessen rät dazu, auch Mahnungen mit solchen Erotikbezügen zu ignorieren. Die dienten lediglich dazu, den Druck auf die Opfer zu erhöhen. Geraten wird in jedem Fall zu einer Anzeige wegen Betruges. So könnten verschiedene Ermittlungserkenntnisse zum geeigneten Zeitpunkt zusammengeführt werden, so die Polizei.

Erst kürzlich war ein Rentner aus Burguffeln von einem Arbeitertrio um 5000 Euro betrogen worden, indem die Betrüger dem Mann Reinigungsarbeiten auf seinem Hof anboten. 

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