Neue Drehleiter für Feuerwehr Hofgeismar

Erleichtert den Einsatz: Hofgeismars Stadtbrandinspektor Guido Scherp bei der Übergabe der neuen Drehleiter bei der Zierenberger Firma Branschutz Müller. Auch die Wehren Wolfhagen und Bad Arolsen erhielten solch ein Fahrzeug Foto: Sascha Hoffmann

Die Städte Hofgeismar, Wolfhagen und Bad Arolsen haben jeweils gleiche Fahrzeuge für ihre Wehren gekauft und dadurch den Kaufpreis um etwa zehn Prozent gedrückt.

Hofgeismar. Alltäglich ist es nicht, dass drei Feuerwehren aus zwei Landkreisen gemeinsame Sache machen, wenn es um den Kauf neuer Einsatzfahrzeuge geht. Dass es sich lohnt, haben die Wehren aus Wolfhagen, Hofgeismar sowie Bad Arolsen (Kreis Waldeck-Frankenberg) jetzt bewiesen und bei der Anschaffung ihrer neuen Drehleitern im Gesamtwert von gut 1,6 Millionen Euro rund 45 000 Euro pro Kommune gespart. „Es hat sich wirklich gelohnt“, sagt Karl-Heinz Meyer, Stadtbrandinspektor in Bad Arolsen.

Das sieht Staatssekretär Werner Koch ähnlich, der den Einsatzbereich der drei Wehren gar als neues „Floriansdreieck“ bezeichnet. „Die interkommunale Zusammenarbeit wird Schule machen“, ist er sich sicher. Trotz knapper Kassen sei die Anschaffung richtig gewesen, denn die Einsatzkräfte seien auf modernes, funktionsfähiges Arbeitsmaterial angewiesen.

Auf technisch neuestem Stand sind sie nun in Sachen Drehleitern, die für Hofgeismar deutliche Vorteile bringt. „Wir können schon vom Gewicht her wesentlich mehr pro Korb aufnehmen, bis zu 300 Kilogramm,“, sagt Hofgeismars Wehrführer Manuel Zeich. Gerade bei der Rettung von adipösen Patienten sei dies wichtig, so der Feuerwehrmann. Denn immer wieder komme es vor, dass die Wehr helfen müsse, um übergewichtige Patienten aus ihrer Wohnung zu holen. „Wenn die Treppenhäuser eng sind und der Patient liegend transport werden muss“, so Zeich, dann hole man die Betroffenen schon mal über den Balkon - per Drehleiter.

Weiterer Vorteil

Die Drehleitern haben vorne ein abknickbares Gelenkteil, was eine erhebliche Zeitersparnis gerade in engeren Gassen bringt. Fest verbaute Atemschutzgeräteträger in der Fahrerkabine ermöglichen zudem eine deutlich schnellere Einsatzbereitschaft. Die Beladung ist insgesamt weit über dem Standard der alten Fahrzeuge, neben Elektrolüfter, Motorlüfter, Wendelrohr, Stromerzeuger, Pressluftatmern und Schleifkorbtrage gibt es unter anderem eine Elektroketten- und eine Motorsäge.

Das Fahrgestell stammt von Mercedes Benz, der Motor entwickelt 292 PS und jedes Fahrzeug wiegt 13,8 Tonnen. „Es war eine echte Herausforderung, eine Ausschreibung für drei Drehleitern zu verfassen“, so Meyer auch im Namen seiner Kollegen Guido Scherp (Hofgeismar) und Frank Brunst (Wolfhagen). „Eine Drehleiter ist nun mal kein Hemd von der Stange, jede muss auf die individuellen Einsatznotwendigkeiten angepasst sein.“ (zhf)

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