Alte Post und Hans im Glück

Neue Heime in Hofgeismar: Platz für 120 Flüchtlinge

+
Neue Nutzung: Die alte Post in der Neuen Straße wird seit Dezember als Gemeinschaftsunterkunft für maximal 60 Personen genutzt. Neben kompletten Wohnungen befinden sich dort auch einzelne Zimmer.

Hofgeismar. Im Landkreis Kassel gibt es derzeit 45 Gemeinschaftsunterkünfte für Asylbewerber und Asylanten. Während sich allein auf dem Gebiet der Pommern-Kaserne in Wolfhagen zehn Häuser befinden, gibt es in Hofgeismar seit Ende des vergangenen Jahres drei.

Bereits seit Januar 2015 wird ein Gebäude in der Manteuffel-Anlage in Hofgeismar als Gemeinschaftsunterkunft genutzt. Dazu kommen seit dem 5. Dezember die Gebäude der alten Post und des ehemaligen Hotels „Hans im Glück“. In den beiden „neuen“ Unterkünften haben 112 Menschen aus Afghanistan, Syrien, Iran, Irak und Eritrea eine neue Bleibe gefunden, die zuvor in Niestetal gewohnt haben. „Damit sind die beiden Gemeinschaftsunterkünfte fast ausgelastet“, erklärt Harald Kühlborn, Kreispressesprecher des Landkreises.

„Beide Häuser sind auf 60 Bewohner ausgelegt. Im „Hans im Glück“ wohnen 53 Menschen, in der alten Post in der Neuen Straße sind es 59.“ „Wir haben hier aber keine Einzelzimmer für die Bewohner, sondern 2-bis-6-Bettzimmer“, ergänzt Gergana Tornyova. Sie hat die Hausleitung im „Hans im Glück“ übernommen und betreut dort die Menschen in allen Fragen.

Das geht von ganz alltäglichen Dingen, wie der Frage nach den Einkaufsmöglichkeiten, bis hin zur Hilfe beim Ausfüllen von Behördenanträgen. „Man akzeptiert mich“, sagt sie selbstbewusst, „aber dazu sind klare Ansagen und ein sicheres Auftreten sehr wichtig.“

Diese Erfahrung hat auch Bernhard Schönefeld gemacht. Er ist für die alte Post zuständig und kümmert sich dort um alle anfallenden Dinge. Dazu gehört es auch, sich Gedanken über die Kinderbetreuung zu machen, wenn die Eltern zum Beispiel einen Deutschkurs besuchen oder ein Praktikum in einem Betrieb machen. „Praktikumsplätze sind extrem begehrt“, ergänzt Gergana Tornyova, „wir freuen uns sehr über Firmen, die einen Praktikanten aufnehmen würden.“

Während sich die Gemeinschaftsunterkunft in der Manteuffel-Anlage im Besitz des Landes befindet, sind die beiden anderen Häuser im Privatbesitz. Der Besitzer des ehemaligen Hotels hat vor Bezug des Hauses einiges in die Umbaumaßnahmen gesteckt. „Wir zahlen eine ortsübliche Miete“, versichert Harald Kühlborn.

Mit den Nachbarn käme man prima klar, sagt Gergana Tornyova. „Man hat mich mal darauf aufmerksam gemacht, dass das Außenlicht ständig brennen würde – das habe ich gar nicht mitbekommen, da ich ja nicht rund um die Uhr hier bin. Für den Hinweis war ich sehr dankbar.“ Kommunikation sei sehr wichtig, sowohl für die Bewohner im Haus, wie mit den Nachbarn.

In beiden Häusern besteht ein großer Bedarf an verschiedensten Dingen. Das geht von Kinderkleidung über Gardinen hin zu Werkzeugkästen und Wäscheständern. „Kommen Sie doch einfach mal vorbei und sprechen Sie mit uns, wenn Sie uns helfen möchten“, lädt Gergana Tornyova ein.

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.