Hundert Abzeichen pro Jahr in Hofgeismar

Neue Prüfungsordnung macht Schwimmabzeichen schwieriger

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Wasserratten aufgepasst: Schwimmmeister Thomas Chwalek findet es gut, dass bei der neuen Prüfungsordnung für die Schwimmabzeichen nun mehr Wert auf dauerhaftes Schwimmen gelegt wird. Von diesem Jahr an gelten die neuen Inhalte, die mit der Kultusministerkonferenz der Länder abgestimmt wurden.

Immer mehr Grundschüler können nicht schwimmen, sagt der technischer Leiter der DLRG Hofgeismar. Die neue Prüfungsordnung für das Schwimmabzeichen fordert mehr Können.

Für die deutschen Schwimmabzeichen gilt seit diesem Jahr eine neue Prüfungsordnung. Das hatte der Bundesverband zur Förderung der Schwimmausbildung zusammen mit der Kultusministerkonferenz der Länder beschlossen. Sicher schwimmen können – das haben die Verantwortlichen als grundlegendes Ziel im Blick. Dies stößt in der Region Hofgeismar auf Zustimmung.

Im Sinne der Prüfungsordnung bedeutet sicheres Schwimmen: 15 Minuten ohne Halt und Hilfe im tiefen Wasser schwimmen zu können und dabei 200 Meter zurückzulegen. Außerdem soll sowohl in Bauch- als auch in Rückenlage geschwommen werden, zudem soll die Orientierung unter Wasser kein Problem darstellen. 

Immenhäuser Schwimmmeister: „Es wird mehr gefordert, aber das ist richtig so.“

Dass Kinder und Jugendliche sich dem sicheren Schwimmen dadurch immer mehr annähern, sieht Achim Janowsky, technischer Leiter der DLRG Hofgeismar positiv. Das Seepferdchen als Abzeichen zähle nicht zum sicheren Schwimmen, sagt er.

Auch Thomas Chwalek, Schwimmmeister aus Immenhausen, sieht in der neuen Prüfungsordnung einen Gewinn: „Es wird mehr gefordert, aber das ist richtig so.“ Einen sicheren Umgang mit dem Element Wasser können Kinder seiner Meinung nach nicht früh genug erlernen.

Bei der DLRG werden nach Aussage von Janowsky „pro Jahr rund Hundert Abzeichen abgelegt und bestanden“. Dazu zählten Seepferdchen, die drei Schwimmabzeichen in Bronze, Silber und Gold sowie die drei Rettungsschwimmabzeichen. „Das ist bei der DLRG Hofgeismar ein durchschnittlicher Wert. Er variiert die letzten Jahre um plus minus 15 Prozent“, erklärt Janowsky.

Dass Kinder schwimmen lernen, sei sehr wichtig. „Immer mehr Grundschüler können nicht schwimmen, beziehungsweise sich nicht richtig über Wasser halten. Das kann gefährlich sein“, sagt der technische Leiter.

Die DLRG Hofgeismar hat zur Zeit Wartelisten, kann nicht jedem Interessenten, der Schwimmen will, dieses ermöglichen. „Die Schwimmbahn lässt nur eine begrenzte Anzahl an Schwimmern während des wöchentlichen Trainings zu.“

Leichtsinn ist ein Grund für Badeunfälle

Eine Statistik der DLRG zeigt, dass 2018 in Deutschland rund 504 Menschen beim Schwimmen ertrunken sind. Im Jahr zuvor waren es 100 weniger. Die DLRG Hofgeismar hatte 2019 laut eigener Aussage keinen Badeunfall, bei dem es um Leben und Tod ging. 

Auf Nachfrage unserer Zeitung bei der Rettungsleitstelle in Kassel konnten dahingehend auch keine Zahlen genannt werden. Die häufigsten Gründe für Unglücksfälle sind laut DLRG Selbstüberschätzung und Leichtsinn.

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