Älteste Exemplare aus dem Jahr 1860

Neue Schau im Apothekenmuseum über Herbarien und Kräuterwissen

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Beim Aufbau: Dieter Rüddenklau vom Heimat- und Verkehrsverein Hofgeismar mit einer Botanisiertrommel von 1910 und Cecile Bauer mit einem Herbariumsblatt mit einer 1969 gesammelten Echten Engelswurz, deren Farben noch erkennbar sind. 

Hofgeismar. „Es ist unglaublich, was wir alles entdeckt haben“, schwärmten Dieter Rüddenklau vom Heimat- und Verkehrsverein Hofgeismar und Cecile Bauer über die neue Schau im Apothekenmuseum Hofgeismar.

Wenn die Schau über „Herbarien und Kräuterwissen“ am Sonntag, 13. Mai, um 14.30 Uhr eröffnet wird, ist es die erste neue Dauerausstellung, die dort seit 1996 zu sehen ist.

Denn seit dem Tod des Museumsgründers, des Apothekers Harald Friedrich-Sander im Jahre 2007, hatte es jahrelang nur Sonderführungen gegeben und erst seit Übernahme des Museums durch die Stadt Hofgeismar zum Hessentag 2015 und das Engagements des Verkehrsvereins ist wieder mehr Leben eingezogen. Das Museum hat jetzt fünf umfassend ausgebildete Führer. Beim Dornröschenfest am vergangenen Wochenende beispielsweise war ein „Riesenandrang“ im Museum.

Sehr alt: Schaukästchen mit Wurzeln und Rhizome verschiedener Pflanzen.

Die neue Schau präsentiert nun einen Bereich, mit dem schon viele Schüler, aber auch Hobbypflanzenkundler sowie Studenten zu tun hatten und haben – es geht um Pflanzen und Pflanzenteile wie Blüten und Früchte, die zum Teil vor mehreren hundert Jahren in der Natur gesammelt, gepresst, getrocknet und dann säuberlich auf Papierbögen gesammelt wurden.

Für Apotheker gehörten das Anlegen eines Herbariums und das Bestimmen von Pflanzen seit jeher zur Ausbildung und Harald Friedrich-Sander hatte eine unglaubliche Fülle an Herbarien gesammelt oder – unter anderem 38 Großformatbände – selbst angelegt. Die Pflanzenexpertin Cecile Bauer brauchte Wochen, um sich durch diese Alben und die vielen anderen „wunderbaren Exemplare“ durchzuarbeiten, die dem Museum nach einem Aufruf von Leihgebern aus ganz Deutschland – auch dem Naturkundemuseum in Kassel – zur Verfügung gestellt wurden.

Die ältesten Exemplare in der Ausstellung stammen von 1860, Einblicke in ein Kräuterbuch von 1582 werden möglich. Dazu kommen farbige Illustrationen, Beschreibungen und Anschauungsmaterial zu ausgesuchten Pflanzen. Auch zahllose Schachteln und Fächer mit Drogen sind zu sehen, wobei es sich bei Drogen in der Apothekersprache um alle drögen (trockenen) Teile von Pflanzen handelt, sowohl Früchte als auch Samen, Blüten, Wurzeln.

Das Museum an der Apothekenstraße ist bei freiem Eintritt mittwochs, sonntags und feiertags jeweils von 15 bis 18 Uhr geöffnet (05671/999-222).

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