Nachhaltige touristische Aufwertung 

Neuer Naturpark soll Wald erlebbar machen: Reinhardswald Geschäftsführer knüpft Kontakte 

+
Dr. Erik Aschenbrand (32) und seine neue Mitarbeiterin Sarah Basler (28) arbeiten derzeit noch in einem provisorischen Büro im Obergeschoss der Stadthalle.

Hofgeismar. Der erste Geschäftsführer des neuen Naturparks Reinhardswald, Dr. Erik Aschenbrand (32), ist seit fünf Wochen im Amt und hat reichlich zu tun.

Bis die ersten Ergebnisse in Sachen Naturpark zu erkennen sind, wird es aber noch etwas dauern. Erstes sichtbares Zeichen des erst im Herbst eingerichteten Parks wird das neue Naturparkzentrum am Tierpark Sababurg sein, das in Kürze eröffnen soll. Über das offizielle Logo, bisher ein Entwurf, will der Naturpark-Verein in den nächsten Tagen beschließen. 

Seit dem 1. Januar ist Dr. Aschenbrand damit beschäftigt, die Organisation des Naturparks aufzubauen einschließlich Personal und Sachausstattung. Gleichzeitig führte und führt er Gespräche mit Hunderten von Personen aus Vereinen, Verbänden, Behörden und Politik. Er stößt dabei auf ein sehr großes Interesse vieler Menschen, die ihr Wissen und ihre Fähigkeiten in den Naturpark Reinhardswald einbringen wollen. 

Aschenbrand: "Der Naturpark will offen sein für Ideen jeder Art." Es gehe darum, die Besonderheit dieser Region darzustellen und damit nach außen zu werben und sie höre nicht am Rand des Reinhardswaldes auf. Auch das Diemeltal wird einbezogen. Zum Naturpark gehören neben Landschaft, Pflanzen und Tieren auch die Kultur mit Geschichte, Denkmälern und Märchen sowie die Menschen und ihr Wirken, erläutert Aschenbrand. 

Mit etwas Geduld zu sehen: Wildtiere wie diese Maus. Natur ist nur ein Teil des Erlebnis Naturpark Reinhardswald.

Vor allem will der Naturpark Angebote und Veranstaltungen vernetzen, an neue Zielgruppen vermitteln und Neuerungen wie Wildnispädagogik und Umweltbildung anbieten. "Wichtig ist, dass die Fülle an Angeboten bei Besuchern für den Impuls sorgt: Wir müssen wiederkommen, weil wir nicht alles gesehen haben", sagt Vizelandrätin Susanne Selbert.

Seit dem Herbst existiert der Naturpark Reinhardswald, seit Jahresbeginn arbeitet auch Personal dafür. Wir klären die wichtigsten Fragen: 

Wer arbeitet für den Naturpark Reinhardswald?

Seit dem 1. Januar ist Dr. Erik Aschenbrand (32) als Geschäftsführer tätig. Er hat sich schon im Studium und dann beruflich mit Wechselwirkungen im Tourismus befasst. Seit 1. Februar assistiert ihm Sarah Basler (28), die im Weserbergland-Tourismus arbeitete und den Reinhardswald schon seit ihrer Jugend kennt. Aktuell werden drei Mitarbeiter für den Pflegetrupp eingestellt, ein Mitarbeiter von Hessen Forst wird für Umweltbildung und Pflegearbeiten abgeordnet.

Wo hat der Naturpark seinen Sitz?

Das Büro ist derzeit provisorisch in der Stadthalle Hofgeismar, ab dem nächsten Jahr im 2. Obergeschoss des Hauses Markt 5, das in diesem Jahr saniert wird. Im Erdgeschoss bleibt die Touristinfo Märchenland Reinhardswald, im 1. Stock zieht unter anderem die Zweigstelle der Deutschen Märchenstraße ein.

Was sind die ersten Tätigkeiten des Naturparks?

Es wird eine Internetseite für den Naturpark aufgebaut, die auf dem Papier schon existiert. Die Wanderwege werden ausgebaut, dazu wird ein Konzept erstellt, es werden auch mit ehrenamtlicher Hilfe Beschilderungen komplettiert und Tafeln für die Besucherinformation aufgestellt.

Beim Naturpark geht es auch, aber nicht nur um die Natur an sich. Was sind weitere wichtige Elemente?

Es geht darum, bei den Besuchern und auch den Einheimischen das Verständnis für ihre Umwelt zu wecken. Dazu gibt es Umwelt- und Wildnispädagogikangebote auch für Gruppen, die Kutscherscheune im Vorwerk des Tierparks wird zur Schulklassenunterkunft, es sind Kutschfahrten durch den Wald geplant, sodass auch nicht mobile Personen ihn erleben können. Das Naturparkzentrum am Tierpark liefert die Informationen und ist auch ohne Eintritt zugänglich. Es wird umfassende Angebote für Wanderer, Radfahrer und Kanufahrer geben. Naturnahe Unterkünfte gibt es im Wasserschloss Wülmersen. Fachwerk, Hugenotten, Flüsse, Orchideen, Hügelgräber und Bergbau sind weitere Themen.

Kultur gehört zum Naturpark: Auch die Trendelburg ist ein Erlebnisangebot im Naturpark.

Werden künftige Windräder im Wald die Naturparkidee nicht sabotieren?

Das weiß man nicht genau. Der Vorstand des Naturpark Reinhardswald verweist auf Studien, dass Touristen das Vorhandene sehen und nicht die Entwicklung dahin wie es die Einheimischen tun. Windräder würden heute als etwas Normales betrachtet. Gleichwohl bleibe es ein sehr sensibles Thema.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.