40 Jahre Wohnstätten in Hofgeisar

Neues Zuhause für viele: BDKS Wohnstätten feiern Jubiläum

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Leben im Grünen: Das 1931 eröffnete Hauptgebäude wurde mehrfach erweitert, entspricht aber nicht mehr den aktuellen Standards. Hier lebt nur noch eine Wohngruppe.

Die Wohnstätten der Baunataler Diakonie in Hofgeismar feiern ihr 40-jähriges Bestehen. In den letzten Jahrzehnten ist die Einrichtung stetig gewachsen. Und der Bedarf wird weiter steigen.

Seit 40 Jahren gibt es in Hofgeismar die Wohnstätten der Baunataler Diakonie Kassel (BDKS). Die Einrichtung auf dem Gelände am Schützenhofweg hat bereits eine lange Vorgeschichte ab 1908 als Alters- und Invalidenheim und ist seit der Gründung 1979 immer weiter expandiert. Der Bedarf an Wohnheimplätzen für Behinderte wird auch künftig ständig weiter steigen.

Starkes Wachstum seit 40 Jahren

In den bisher 40 Jahren ist das Wohnheim Hofgeismar stark gewachsen und bietet heute als Wohnverbund Nord der BDKS 151 Plätze für geistig und körperlich behinderte Menschen. Weitere 92 Menschen sind in Wohnungen der BDKS für Betreutes Wohnen untergebracht.

Zwei der zahlreichen Wohngruppen mit jeweils zehn bis 13 Personen leben im 2017 eröffneten „Haus an der Allee“ mit neuesten Standards. Die Neubauten waren nicht nur nötig, weil der ursprüngliche Bau von 1931 trotz Modernisierungen nicht mehr den heutigen Anforderungen entspricht, erklärt Abteilungsleiterin Susanne Meyenberg. Deshalb sind dort jetzt Küche, Essenausgabe, Hauswirtschaft und andere Funktionsräume untergebracht und nur noch eine Wohngruppe.

Zahl der Bewohner nimmt zu

Auch nimmt die Zahl der Bewohner ständig zu, von denen etwa zwei Drittel arbeiten, vor allem in den Werkstätten der BDKS sowie in den am Schützenhofweg gelegenen Betrieben wie Gärtnerei, Metzgerei, Hofgut und Bäckerei. Zum einen bleiben viele Behinderte nicht mehr bei ihren Eltern, bis diese die Betreuung nicht mehr schaffen, sondern ziehen schon früher in das Wohnheim um. Die BDKS hat deshalb als Besonderheit in Hofgeismar die Wohngruppen für junge Erwachsene zwischen 20 und 30 Jahren ins Leben gerufen, die sich auf die Selbstständigkeit intensiver vorbereiten müssen. Etliche werden auch in eigenen Wohnungen stundenweise betreut. Zudem erreichen die Behinderten, wie andere Menschen auch, heute ein höheres Lebensalter.

Leben im Grünen: Das 1931 eröffnete Hauptgebäude wurde mehrfach erweitert, entspricht aber nicht mehr den aktuellen Standards. Hier lebt nur noch eine Wohngruppe.

Ihre Beeinträchtigungen sind sehr unterschiedlich. Manche haben Unfälle oder Schlaganfälle gehabt, bei manchen ist es ein zufälliger Gendefekt (Trisomie 21), häufig sind es aber nach wie vor Probleme, die vor, während oder nach der Geburt auftreten (etwa durch Sauerstoffmangel).

Alle Bewohner und Beschäftigten feiern heute gemeinsam in kleinem Rahmen das 40-jährige Bestehen ihrer neuen Heimat am Schützenhofweg mit Andacht, einigen Reden, vor allem Kaffee und Kuchen sowie einer Party mit Musik und Tanz. 

Seit 1908 wird auf dem Gelände am Schützenhofweg Menschen geholfen

Das Hofgeismarer Wohnheim wurde 1979 mit 100 Plätzen eröffnet. Die Vorgeschichte begann aber schon Jahrzehnte früher. In Stichworten: 

1908 erwirbt die Landesversicherungsanstalt (LVA) Hessen-Nassau das Gut Schützenhof und errichtet darin ein Alters- und Invalidenheim. 

1925 wird der Hof Heistermann dazugekauft und ein Frauenerholungsheim errichtet. Die Landwirtschaft wird mitgenutzt.  

1931 wird zur Erweiterung der heute noch existierende Neubau errichtet.  

1937 wird das Altersheim geschlossen, die sechs Pfleglinge an den Gesundbrunnen verlegt, die alten Hofgebäude (bis auf eine Scheune) abgerissen. 

1943 bis 1946 wird das Heim vom Stadtkrankenhaus Kassel genutzt (stationäre Pflege, Entbindungsstation).  

1947: Einrichtung einer Tuberkulose-Heilstätte für Kinder. 

1950: Erweiterung 70 statt 50 Plätze. 

1964: orthopädische Abteilung kommt hinzu. 

1979: Eröffnung der Hofgeismarer Wohnstätten, es folgen Hofgut, Gärtnerei, Bäckerei, Metzgerei, Malerei. 

1994: Eröffnung des Haus Löffelburger Weg. 

2000: Eröffnung der Grebensteiner Wohnstätten nahe der Kirche mit „Brauhaus“ und „Fräuleinhaus“. 

2010: Aus dem früheren Gästehaus wird ein Bereich für junge Erwachsene. 

2015: In Wolfhagen wird das Wohnheim „Altes Amtsgericht“ eröffnet. In Hofgeismar wird der Freizeittreff renoviert. 

2017: Eröffnung des Neubaus „Haus an der Allee“ mit zwei Wohngruppen. 

2018: Nach Umbau des ehemaligen Landratsamtes in Hofgeismar wird das Haus mit 17 Plätzen eröffnet.

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