Entwurf des Verkehrsentwicklungsplanes der Stadt Kassel

Direkte Verbindung zur A7 per Nordspange: Entlastung zu gering

Eine Bushaltestelle für den Nahverkehr am Kassel Airport gibt es bereits. Aber Fernbusse steuern den Flughafen nicht an, auch weil eine Autobahnanbindung fehlt. Archivfoto:  Gehlen

Hofgeismar/Calden. Im Jahr 2013 hatte der damalige hessische Verkehrsminister Dieter Posch (FDP) die Nordspange, also die direkte Verbindung von der A7 zur A44, für erledigt erklärt. Dennoch wird sie nun wieder gefordert.

Weil es keine Anbindung von Kassel Airport an die Autobahnen gibt und auch der Verkehr aus dem nördlichen Landkreis Kassel zur A7 weiterhin durch die Stadt geführt werden muss, verstummt der Ruf nach der Nordtangente nicht. Denn eine solche Verbindungsstraße würde den Verkehr um die Großstadt und auch Vellmar herumführen. Holländische, Ihringshäuser und Leipziger Straße würden entlastet.

Die Untersuchungen, die dem Entwurf des Verkehrsentwicklungsplanes der Stadt Kassel zugrunde liegen, haben für die Nordtangente - je nach Variante - zwischen 11.000 und 21.500 Fahrzeuge pro Tag ermittelt. Je näher die Spange an die Stadt gelegt würde, desto größer wäre die Entlastungswirkung. Gemessen an der Gesamtbelastung auf den großen innerstädtischen Straßen mit teilweise mehr als 40.000 Fahrzeugen täglich, fielen allerdings 4000 bis maximal 8000 weniger nicht wesentlich ins Gewicht.

Doch ob es nun eine Kassel nahe oder Kassel fernere Variante ist, beide weisen vielfältige Nachteile auf: Es wären mehrere Ingenieurbauwerke mit langen Brücken sowie im Siedlungsgebiet des Zweckverbands Raum Kassel (ZRK) zwei Tunnel mit jeweils 800 Metern Länge notwendig“, heißt es in dem VEP-Entwurf. Die Kosten einer solchen Strecke würden damit über 100 Millionen Euro betragen.

Zudem wären mit einer Nordtangente auch Belastungen für die Siedlungsgebiete wie Lärm, Feinstaub und Zerschneidung verbunden. Darüber hinaus käme es landschaftlichen und naturschutzrechtlichen Belastungen für Schutzgebiete und Flora-Fauna-Habitat (FFH)-Flächen.

„Insgesamt ist vor dem Hintergrund der relativ geringen Verkehrs- und Entlastungswirkung der Trasse und unter Berücksichtigung der für den Bau notwendigen Eingriffe in die Natur, der unvorteilhaften Höhenverläufe und der Verlärmung von Siedlungsgebieten ein sehr hoher baulicher Aufwand erforderlich“, heißt es in dem VEP-Entwurf. Die Kosten für die Umsetzung einer solchen Straßenplanung „sind nicht vertretbar“, ist in dem Entwurfspapier weiter zu lesen.

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