Maschine aus Getreidefeld geborgen

Notgelandeter Helikopter: Trümmer im Umkreis von 60 Metern

Hofgeismar. Die Notlandung eines Hubschraubers bei Hofgeismar war heikler, als zunächst angenommen. Das zeigten die schweren Schäden an der Maschine, die am Montagmittag noch auf einem Feld stand.

Trümmerteile lagen in bis zu 60 Meter Entfernung um die Landestelle herum. Zu diesem Zeitpunkt hatte die zuständige Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) den Helikopter noch nicht zur Bergung freigegeben.

Laut Polizeisprecher Jürgen Wolf hatten Vertreter der Luftaufsicht des Regierungspräsidiums Kassel und der BFU den Fall da schon übernommen.

Aktualisiert um 16.35 Uhr

Der Helikopter war am Sonntag kurz nach 16 Uhr nahe der Liebenauer Straße in einem Feld notgelandet. Laut Polizei war der 56-jährige Berufspilot aus Rattenkirchen in Oberbayern mit seinem Helikopter in Assen in Holland gestartet. Er war auf dem Weg nach Ingolstadt und wollte planmäßig in Calden zum Auftanken zwischenlanden.

Gegen 16 Uhr bemerkte der Pilot technische Probleme, ersten Informationen zufolge soll ein Triebwerk defekt gewesen sein. Laut Polizei konnte er noch einer nach Friedrichsdorf führenden Stromleitung ausweichen und landete anschließend in einem Getreidefeld am Zwerger Weg, 1000 Meter östlich von Friedrichsdorf und 850 Meter südlich der Liebenauer Straße.

Einer sah Bruchlandung

Der Pilot wurde dabei nicht verletzt, am Hubschrauber entstand allerdings beträchtlicher Schaden. Vor Ort wurde sogar von einem möglichen Totalschaden an der Maschine gesprochen, die erst rund 1000 Flugstunden (vergleichbar mit 10 000 Km bei einem Pkw) unterwegs war. Bei der Bruchlandung musste der Pilot die Nase der Maschine hochhalten, wobei das Heck den Boden berührte und der Heckrotor möglicherweise vom Hauptrotor abrasiert wurde. Ein Start war damit nicht mehr möglich. Uwe Tschachtschal aus Friedrichsdorf hatte den Vorgang beobachtet: „Ich sah wie er über das Dorf flog und dachte warum ist der so tief? Dann ging er immer weiter runter und dann knallte es schon.“

Bei der Maschine handelt es sich um einen Hubschrauber des Typs Bell 407 mit sechs Sitzen plus Pilot, mit 700 Kilometer Reichweite und 255 km/h Spitzengeschwindigkeit. Sie wurde von der Firma aus Ingolstadt-Manching ansässigen Besitzerfirma für Vip-Flüge, Businessfliegerei sowie Film- und Fotoflüge eingesetzt.

Zur Aufklärung der Unfallursache entsandte die BUF einen Spezialisten. Das bestätigte BFU-Sprecher Germout Freitag: Man kenne den Fall und habe sich zu einer Untersuchung entschlossen. Der Fachmann sammele Informationen und leite diese an die BFU weiter. Nach Abschluss werde der Helikopter zur Bergung freigegeben.

Bei der Untersuchung geht es nicht um Schuldfragen. „Wir suchen nach neuen Erkenntnissen für die Luffahrt“, sagt Freitag. Diese sollen dazu dienen, zukünftige Unglücke zu verhindern.

Ab Montagmittag wurde der Hubschrauber geborgen. Zunächst wurden die Rotorblätter einzeln demontiert , dann transportierte ein zehn Tonnen schwerer Teleskopstapler den 1,5 Tonnen wiegenden Helikopter durch das Getreidefeld zum nächsten Wirtschaftweg. Dort wurde er weitere 1200 Meter bis zur nächsten Wegkreuzung transportiert, wo ein 20 Meter langer Tieflader wartete. Er sollte den beschädigten Hubschrauber zum Heimatflughafen bei Ingolstadt transportieren.

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Rubriklistenbild: © Thiele

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