Ernährung und Verdauung auf der Bühne 

Organtheater: „Du findest keine Freunde mit Salat“

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Klo-Gespräche: So ein Klo bekommt schon einiges zu sehen. Dagmar Witzel, Ute Wienkamp, Uwe Jakubcyzk und Jens Haupt (von links) berichteten von den Erlebnissen der Toiletten.

Hofgeismar. Leberwurst als Haargel, Krokodilstränen auf Baiser und eine Ode an das Sauerkraut: Was all das mit dem menschlichem Körper zu tun hat, gab es beim Organtheater im Café Gesundbrunnen zu sehen. 

Mit einem ausverkauften Haus startete das Kulturforum Hofgeismar in das Neue Jahr. Das Organtheater lockte die Besucher in das Café Gesundbrunnen, wo sie sich unter anderem mit den Themen Ernährung und Verdauung auseinander setzen durften.

In kurzen Episoden widmete sich das Organtheater, bestehend aus Jens Haupt, Uwe Jakubcyzk, Ute Wienkamp, Dagmar Witzel und Welf Kerner, wieder einmal ganz dem menschlichen Körper und allem, was dazu gehört. Gleich zu Beginn der Veranstaltung stellte man die Frage „Was is(s)t der Mensch?“, die auf vielfältige Weise im Laufe des Abends beantwortet werden sollte. So ist der Mensch nicht nur ein langer Schlauch, ein Donut oder ein Zuckerloch, er ist vor allem auch kein Vegetarier oder gar Veganer. „Du findest keine Freunde mit Salat“ lautete zum Beispiel eine Erkenntnis, gefolgt von „Alles unter 500 g Fleisch ist doch Aufschnitt“. Leberwurst könne man nicht nur als Brotbelag essen, auch zum Stylen der Haare sei sie geeignet. Eine Ode an das Sauerkraut erklang zur Melodie von „Yesterday“ von den Beatles und dass der Hesse zum Wohlfühlen ein paar Kalorien braucht, dürfte dem Publikum ohnehin bekannt sein.

Die zerstrittenen Hänsel und Gretel aus dem Puppentheater fanden Dank eines von der Großmutter gekochten Menüs wieder zusammen, das so einfallsreiche Gerichte enthielt, wie „Krokodilstränen auf Baiser“.

Aber auch kritische Töne schlug das Organtheater an. So wurde in einem Sketch darauf hingewiesen, dass „sieben Millionen unter uns sind“. Sie kämen aus dem Ausland, würden in unseren Wohnungen, ja sogar in unseren Betten schlafen, unsere Mahlzeiten essen und inzwischen schon bei der Polizei und der Bundeswehr eingesetzt werden. Bewusst wurde hier mit der ausländerfeindlichen Propaganda gespielt, bevor fast beiläufig die Aufklärung kam. Nicht von Flüchtlingen oder Ausländern sei die Rede, sondern von Hunden.

Dem Publikum gefiel das Programm des Organtheaters, das mal offen ironisch, mal tiefgründig und zuweilen bitterböse war. Langer Applaus führte zu zwei Zugaben und einem gelungen Auftakt des Kulturjahres 2017.(zgi)

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