Ortsumgehung Calden: Bauern verlieren wieder Boden

Hofgeismar/Calden. Jedes Jahr geht für Bauern wertvoller Boden in der Region verloren. Ursache sind oft Bauprojekte.

Laut Statistischem Landesamt hat sich die landwirtschaftliche Nutzfläche im Landkreis Kassel seit 1991 um elf Prozent verringert. Untermauert wird dies von Zahlen des Fachbereichs Landwirtschaft beim Landkreis Kassel.

Demnach sind den Landwirten aus der Region innerhalb eines Jahres (von 2014 bis 2015) 275 Hektar Land verloren gegangen. Das entspricht 400 Fußballfeldern und der im Durchschnitt bewirtschaftete Fläche von drei Vollerwerbsbetrieben.

„Der Flächenverbrauch durch Siedlung und Verkehr zählt zu den größten Umweltherausforderungen“, sagt Stefan Strube vom Regionalbauernverband Kurhessen. „Dadurch geht Boden als Produktionsgrundlage für den Anbau von Lebens- und Futtermitteln sowie nachwachsenden Rohstoffen verloren.“

Für den Bau des Kassel Airports wurden laut Ulrich Kleinjohann vom Landkreis Kassel zum Beispiel 220 Hektar landwirtschaftliche Fläche in Anspruch genommen, 248 Hektar gingen für Ausgleichsflächen und Ersatzmaßnahmen verloren. Für die geplante Ortsumgehung in Calden sollen 30 Hektar dauerhaft in Anspruch genommen werden.

Die Bauern, die die Flächen besitzen, bekommen den Verlust bezahlt oder ausgeglichen. Doch dies ist für die Landwirte oft nicht zufriedenstellend. „Um unseren Betrieb am Leben zu erhalten, brauchen wir kein Geld, sondern die Fläche zurück“, sagt Melanie Koch, die mit ihrer Familie einen Ackerbaubetrieb im Kreisteil unterhält. Aber auch wenn der verlorene Boden ausgeglichen wird, sei der Ersatz in der Regel nicht so gut wie die ursprüngliche Fläche.

Die Kochs sind mit dem geplanten Bau der Ortsumgehung zum zweiten Mal betroffen. 15 Hektar haben sie bereits beim Bau des Kassel Airports verloren.

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