Teilweise wird auf Präsenzgottesdienste verzichtet

Osternandachten nicht in allen Kirchen im Kreisteil Hofgeismar

Vor der Kirche in Liebenau-Ostheim hängt eine Wäscheleine mit Predigten.
+
Kein Präsenzgottedienst in Ostheim. Vor der Kirche in Ostheim hingen schon vergangenes Jahr auf einer Wäscheleine Predigten zum Mitnehmen. Zu Ostern werden Geschichten und Aufgaben für Kinder aufgehangen.

In diesem Jahr wird das Osterfest in den Kirchengemeinden der Region abermals anders aussehen.

Kreisteil Hofgeismar - Während auch im Landkreis steigende Infektionszahlen teilweise zum Umdenken und den Verzicht auf Präsenzgottesdienste geführt haben, will ein Teil der Gemeinden auf Gottesdienste unter aktiver Beteiligung der Gemeinden nicht verzichten.

„Die gemeinsame Feier ist für die meisten Religionen für das Glaubensleben grundlegend und Kern der Religionsausübung“, sagt Pfarrer Sven Wollert, der auf die Frage, ob erlaubt automatisch auch gleich richtig ist, Apostel Paulus zitiert: „Alles ist erlaubt, aber nicht alles dient zum Guten.“ Im Austausch mit Dekan Wolfgang Heinicke hätten es sich die Pfarrer nicht leicht gemacht. Risiken würden gesehen und entsprechend die Gegebenheiten vor Ort in Entscheidungen einbezogen: Wie gut kann gelüftet werden? Wie viele Menschen sind ehrenamtlich bereit, die Einhaltung des Hygienekonzepts zu begleiten? Wie hoch ist der Infektionsdruck vor Ort? „Wir prüfen die Situation im Kirchenkreis fortlaufend mit großer Ernsthaftigkeit und passen Entscheidungen gegebenenfalls auch an“, sagt Wollert. Er rät daher, die aktuelle Gottesdienstliste für Ostern (Übersicht auf kirchenkreis-hofgeismar-wolfhagen.de) mit Vorsicht zu genießen.

Im Kirchenbezirk Wilhelmsthal-Liebenau hat man sich beispielsweise laut Wollert entschlossen, keine Präsenzgottesdienste stattfinden zu lassen. Auch in den Reinhardshäger Ortsteilen Veckerhagen und Vaake wird Pfarrer Simon Diederich die Gläubigen nicht zur Andacht empfangen. „Wir bieten stattdessen Videogottesdienste an“, sagt er. Auch andere Gemeinden bieten Online-Angebote oder eine „Offene Kirche“ ohne Andacht an.

Auf Präsenz setzt die katholische Kirche: „Im Blick auf die besondere Bedeutung von Ostern erwarte ich, dass in unseren Gemeinden nun verantwortungsvoll die Gottesdienste gefeiert werden“, sagt Fuldas Bischof Dr. Michael Gerber. Dabei müsse man die Inzidenzzahlen im Blick behalten und gegebenenfalls den Kontakt mit den Behörden suchen. Jetzt gelte es, bewährte Schutzkonzepte auf die besonderen Riten der Karwoche anzuwenden. (Sascha Hoffmann und Nela Müller)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.