Paare noch zurückhaltend

Trotz Corona-Lockerungen wenige Hochzeiten in Hofgeismar

Jasmin und Maik Marquardt aus Hofgeismar haben trotz Pandemie am 7. Mai 2020 geheiratet.
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Jasmin und Maik Marquardt aus Hofgeismar haben trotz Pandemie am 7. Mai 2021 geheiratet.

Im Sommer läuft die Hochzeitssaison normalerweise auf Hochtouren. Gerade der Monat Juli ist bei Paaren eigentlich besonders beliebt. Doch Corona hat auch hier Auswirkungen: Unsicherheit wegen der Infektionsgefahr und Zurückhaltung, weil man nicht planen kann, sind derzeit häufige Gründe für eine Absage der Hochzeit.

Hofgeismar - Auch das Hofgeismarer Standesamt spürt die Skepsis der Heiratswilligen: „Die Paare verhalten sich noch zurückhaltend, weil Sie bislang die Feier nicht planungssicher organisieren konnten“, erklärt Petra Wolf von der Stadt Hofgeismar. Im Jahr 2019 gab es bis Anfang Juli schon 33 Trauungen. 2020 waren es dann nur 19 und in diesem Jahr gab es bisher 17 Eheschließungen. Zwölf Paare hätten in diesem Jahr ihre Trauung freiwillig verschoben. Dies könnte auch daran liegen, dass nur eine geringe Anzahl an Angehörigen bei der standesamtlichen Trauung dabei sein darf, denn aktuell gilt in Hofgeismar: Im Trauzimmer des Rathauses dürfen nur das Brautpaar und im gleichen Haushalt lebende Kinder des Brautpaares dabei sein. Im Konferenzzimmer der Stadthalle dürfen das Brautpaar und 10 Gäste teilnehmen.

Trotz Lockerungen kein Nachholbedarf

Auch für das Standesamt der Gemeinde Wesertal ist die Pandemie spürbar. Während es 2019 bis Anfang Juli schon 19 Trauungen gab, sind es in diesem Jahr erst acht gewesen. Geplant seinen für 2021 noch elf, berichtet Standesbeamter Holger Foerster. Auch hier mussten schon vier Paare ihre geplante Eheschließung wegen der Corona-Krise absagen. Nachholbedarf gebe es noch nicht, für die nächste Zeit seien nicht unbedingt mehr Trauungen geplant. „In der Gemeinde Wesertal dürfen bei der standesamtlichen Eheschließung aktuell 20 Gäste anwesend sein“, so Foerster.

Holger Foerster

Beim Standesamt Grebenstein-Immenhausen gab es vor Corona, also 2019, bis Anfang Juli mehr als doppelt so viele Trauungen als jetzt. Auch hier hätten sich zwei Paare freiwillig dazu entschieden, ihre Hochzeit nicht zu dem geplanten Zeitpunkt zu feiern, sondern später, sagt Standesbeamtin Vera Möllers.

Jasmin und Maik Marquardt haben während der Pandemie geheiratet

Eine große Hochzeit mit vielen Gästen und einer ausgelassenen Party. So hatten sich Jasmin und Maik Marquardt ihren Ehrentag vorgestellt. Doch die Corona-Pandemie machte den jungen Hofgeismarern einen gehörigen Strich durch die Rechnung: Die ursprünglich geplante Hochzeit fiel ins Wasser.

Kennengelernt hat sich das Paar im Januar 2021 über Freunde. „Es hat direkt gefunkt“, lacht Jasmin Marquardt. Im Februar kamen die 32-Jährige und der 23-Jährige dann zusammen. Schnell war klar: „Wir wollen heiraten.“ Geplant hatten die beiden, am 7. Mai 2021 standesamtlich zu heiraten. „Anschließend wollten wir bei meiner Mutter zu Hause mit Freunden und Familie feiern“, erzählt Jasmin Marquardt. Die Einladungen waren verschickt, die Feier war gepalnt und auch einen Junggesellenabschied wollte das Ehepaar in spe veranstalten.

Doch dann kam der harte Lockdown: Erlaubt waren im Standesamt nur noch das Brautpaar selbst und eine weitere Person. „Für uns stand aber das Hochzeitsdatum fest. Es war keine Option, die Trauung zu verschieben“, betont das Ehepaar. Nach langem Hin und Her erlaubte das Standesamt dann aber, dass die zwei Trauzeugen des Paares mit im Trauzimmer sein dürfen. „Wir haben dann alle noch schnell einen Corona-Test gemacht“, erinnert sich die 32-Jährige.

Spontane Suche nach dem passenden Kleid

Spontan wurde dann online nach einem Hochzeitskleid geschaut, da ja alle Geschäft zu der Zeit geschlossen waren. „Es wurden viele Kleider bestellt“, erinnert sich Maik Marquardt lachend. Schließlich wurde dann das Richtige gefunden und am 7. Mai 2021 heirateten Maik und Jasmin Marquardt im Standesamt Hofgeismar im Beisein ihrer zwei Trauzeugen. Anschließend wurde das frisch getraute Ehepaar von der Familie vor dem Standesamt überrascht – sie standen mit Luftballons und Blumen spalier. „Auch unsere Kinder waren dabei und haben sich sehr gefreut.“ Obwohl der 7. Mai für die Marquardts ein schöner Tag war, habe trotzdem etwas gefehlt. „Wir haben das Feiern hinterher richtig vermisst“, bedauert das Paar. Im Mai 2021 galt noch eine Ausgangssperre, sodass die wenigen Gäste auch nicht lange bleiben konnten.

Geplant sei in der Zukunft, nochmal kirchlich zu heiraten, wenn sich die Coronalage entspannt hat. „Das Datum dafür steht aber noch nicht fest. Wir haben ja jetzt gesehen, wie schnell sich die Lage wieder verändern kann“, betont Maik Marquardt. „Wenn es dann aber soweit ist, wollen wir nochmal eine richtig schöne Feier mit allen, die eingeladen waren machen“, freut sich Jasmin Marquardt.

Märchenhochzeit trotz Corona - Tobias und Selina Lindemann berichten

„Geplant war, im August 2020 zu heiraten. Lange war unklar, ob unsere Traumhochzeit stattfinden wird. Sollten wir weiter planen, oder die Hoffnung aufgeben? Dies war die große Frage. Wir erfuhren relativ kurzfristig, dass wir nicht auf dem Standesamt in Vellmar heiraten können, so wie geplant, da dort nur das Brautpaar ohne Angehörige zugelassen war. Für uns kam aber nie in Frage, ohne unsere Familie zu heiraten. Nach vielen nervenaufreibenden Telefonaten mit anderen Gemeinden stießen wir auf das Standesamt Hofgeismar. Dort konnten wir uns aufgrund des hervorragendes Hygienekonzept im Beisein unserer Familien am 20. August 2020 das Ja-Wort geben. Somit hatten wir trotz Pandemie eine Märchenhochzeit, die unvergessen bleibt.“

Die HNA Hofgeismar hatte auf Facebook (facebook.com/HNAHofgeismar) Paare für einen Erfahrungsbericht über Heiraten in der Pandemie gesucht. Zwei haben wir exemplarisch ausgewählt, wir danken allen für ihre Antwort. (Von Clara Pinto)

Hochzeitsfeiern im öffentlichen Raum erlaubt

Zusammenkünfte und Veranstaltungen an denen nicht mehr als 25 Personen im öffentlichen Raum teilnehmen, unterliegen keinen Auflagen. Bei der Berechnung der Mindestanzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden auch Geimpfte und Genesene im Sinne der Covid-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung mitgezählt. Für Zusammenkünfte in privaten Wohnungen, an denen mehr als 25 Personen teilnehmen, wird ein Negativnachweis dringend empfohlen. 

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