Pacht war eingeplant: Hofgeismar fehlen ohne Windpark 750.000 Euro

Hofgeismar. Der große Windpark am Heuberg wird gerade geplant - ob er jemals realisiert wird, steht mehr denn je infrage. Gleichwohl rechnete Hofgeismar schon in diesem Haushaltsjahr mit Pachteinnahmen von 250.000 Euro und im nächsten mit einer halben Million.

Doch solche Summen können erst fließen, wenn die Windräder gebaut werden und Strom liefern. Das wäre jedoch nach derzeitigem Stand frühestens 2016 möglich.

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Dass es mit der Fertigstellung des Windparks so schnell nichts wird, habe sich schon seit Längerem abgezeichnet, sagt Bürgermeister Heinrich Sattler (CDU). „Deshalb müssen wir nun kreativ werden und sehen, wie wir die Einnahmeausfälle kompensieren.“ Doch Sattler ist zuversichtlich, dass „wir das im Nachtragshaushalt hinbekommen“. Die Stadt habe in den vergangenen Jahren schon größere Ausfälle bei der Gewerbesteuer zu verkraften gehabt. Bereits im Haushaltsplan 2014 klaffte eine Lücke von 1,7 Millionen Euro.

Für Jürgen Knauf, Bürgermeisterkandidat der WSD, war von vornherein klar, dass „das mit den Pachteinnahmen nichts wird - das war eine Luftnummer“. Weil der Etat nicht seriös aufgestellt worden sei, habe seine Fraktion - im Gegensatz zu SPD und CDU - dagegen gestimmt. Knauf wundert sich, dass die Kommunalaufsicht hierzu geschwiegen habe. Es sei deutlich gewesen, dass Haushaltsklarheit und Haushaltswahrheit auf der Strecke blieben.

SPD-Bürgermeisterkandidat Markus Mannsbarth macht den Schwenk der CDU für die Misere verantwortlich. „Das ist das Schlimme: Hätten wir das gewusst, hätten wir den Finanzplan anders aufgebaut.“ Mannsbart rechnet vor allem für 2015 mit „enormen Auswirkungen“. Falls auch noch die Gewerbesteuer einbreche, bleibe der Stadt nur, freiwillige Leistungen zu streichen oder Steuern zu erhöhen. (geh/gör)

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