Vier Wochen lang auf Weltreise

Paket aus Friedrichsdorf landete in Australien statt auf Fehmarn

Das Paket ist wieder da: Christa Israel mit der Sendung, die auf Irrwegen nach Australien und zurück transportiert wurde. Foto: Gehlen

Hofgeismar. Ein Paket aus Friedrichsdorf sollte zu den Enkeln auf Fehmarn - doch es ging stattdessen auf Weltreise. Und kam nach vier Monaten zurück.

Die Sendung aus dem Hofgeismarer Stadtteil Friedrichsdorf wurde von der Deutschen Post um den Globus gekarrt, vergangene Woche landete das Paket dann wieder in Hofgeismar - mit dem Verweis „Vom australischen Zoll geöffnet“.

Die Friedrichsdorferin Christa Israel hatte das Paket mit Geschenken für die Enkel Hannah (3) und Julius (1) aufgegeben. Die waren mit Eltern auf dem Campingplatz Klausdorfer Strand auf der Insel Fehmarn. Die Adresse war auf dem Paket gut sichbar.

Doch das half offenbar wenig: Monatelang blieb die Sendung verschwunden, die Enkel warteten auf ihre Geschenke. Zwar versuchte Israel zwischendurch per Online-Verfolgung die Position auszumachen, doch das war wenig aufschlussreich: Das Paket sei in Westfalen unterwegs, hieß es zeitweise.

Am 15. November vermerkte die Post dann mit einem Aufkleber auf dem Paket „Empfänger war nicht zu ermitteln“. Die Sendung landete kurz darauf wieder in Friedrichsdorf. Doch was viel erstaunlicher war: Das Paket war leicht geöffnet und mit dem Aufkleber versehen „Opened by Australia Post for inspection by Customs.“

Wütend auf die DHL ist Israel nicht, eher belustigt und froh, dass das Paket nicht verschwunden ist. Dass es wirklich in Australien war, bestätigt auch die Post. „Der Fehler tut uns leid“, sagt Pressesprecher Thomas Kutsch. Das Unternehmen entschuldige sich und werde Israel das Porto und eine kleine Entschuldigung zukommen lassen.

Laut Kutsch wurde das Paket versehentlich falsch etikettiert. Normalerweise wird die Zieladresse eingelesen und wandert dann in Form eines Strichcodes auf die Sendung. Das bedeutet: Auf dem Paket stand weiter in Buchstaben als Zielort Fehmarn. Aber für den weiteren Versand ist das nicht ausschlaggebend - da zählt nur der Code.

Wie die falschen Striche auf die Sendung kamen, ist unklar. Denkbar ist ein Maschinenfehler, aber auch ein Mitarbeiter könnte den Fehler gemacht haben. Oder der Aufkleber mit dem falschen Code kam durch einen unglücklichen Zufall an das Paket - beispielsweise, weil er sich woanders abgelöst hatte. Ganz vermeiden ließen sich solche Fehler nicht, sagt Kutsch. Dafür sei die Menge der Sendungen bei der Post zu groß: 28.000 Pakete fertige ein Paketzentrum im Schnitt ab - pro Stunde.

Das Paket von Christa Israel ist mittlerweile bei den Enkeln Hannah und Julius. Die Friedrichsdorferin hat sich ins Auto gesetzt und es kurzerhand selbst überbracht.

Von Göran Gehlen

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