Wo Deutsche Könige sind

Peter Schaumburg aus Hofgeismar erzählt von Leben in China

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Wollen nach Hofgeismar ziehen: Anfang des Jahres erwarben Peter und Stefanie Schaumburg eine Villa in Hofgeismar. Diese wollen sie demnächst renovieren. Wann sie von Peking in die Kleinstadt ziehen wollen, steht für die Familie noch nicht fest. Begeistert vom alten Gemäuer ist auch Sohn Enzo, der perfekt deutsch, chinesisch und englisch spricht. 

Hofgeismar. Essen Chinesen eigentlich Hunde? Läuft man in den Metropolen mit Mundschutz herum? Und haben Deutsche im Land des Lächelns tatsächlich ein so hohes Ansehen?

Peter Schaumburg lebt seit 20 Jahren in China - wir sprachen mit dem gebürtigen Hofgeismarer über das Leben hier und dort.

Wenn der 53-Jährige mit seiner Frau Stefanie und seinem Sohn Enzo seine Heimat besucht, bewohnt er eine ganz normale Wohnung im Haus seiner Eltern. Zuhause in Peking sieht das schon etwas anders aus: Dort leben die Drei in einem Penthouse im 32 Stock eines topmodernen Hauses im Nord-Westen Pekings – mit Dachgarten, Haushälterin, Fahrer, eben allem, was dazu gehört, wenn man es sich leisten kann. „Rund um die Uhr pulsiert die Stadt - und egal ob Mitternacht oder morgens um drei Uhr, man kann zu jeder Tages- und Nachtzeit alles bestellen.“ Damit meint er nicht nur Ente süßsauer, nein, ob Waschmaschine, Hundefutter oder Vitamintabletten, alles wird rund um die Uhr geliefert. Sogar einen Koch könne man jederzeit ordern.

Auch kulinarisch bleibt in Peking kein Wunsch offen, allein 20 deutsche Restaurants gibt es dort. „Eine knusprige frische Haxe bekommt man da einfacher als hier“, weiß Schaumburg, der beruflich Investoren bei der Entwicklung von Hotels berät. Dass in China viel Reis gegessen wird, mag er nicht abstreiten, doch täglich, wie viele meinten, das sei übertrieben. Schließlich esse der Deutsche ja auch nicht jeden Tag Kartoffeln.

Viele Speisen haben symbolische Bedeutung, so kommen an Geburtstagen beispielsweise lange Nudeln auf den Tisch, welche für ein langes Leben stehen. Und auch die Sache mit dem Hundefleisch klärt er auf: „Soweit ich es weiß, gibt es das nicht - in meinem Umfeld habe ich das noch nie erlebt.“ Das sei genauso ein Vorurteil wie die Annahme man würde nur mit Mundschutz in die Öffentlichkeit gehen.

Apropos Hunde: Sehr teuer soll es in China sein, einen solchen zu halten: „Am höchsten sind die Abgaben dafür in den Zentren, je weiter man ins Ländliche rückt, umso günstiger werden diese.“ Und gerade, weil es kostspielig ist, sollen die Hunde sehr verwöhnt werden. Dass Deutsche schon fast wie kleine Könige im Fernen Osten behandelt werden, vermag Ehepaar Schaumburg nicht zu widerlegen: „Chinesen schätzen die deutschen Tugenden sehr, weshalb Deutsche bei uns sehr gemocht werden, hohen Respekt erfahren“, berichtet Stefanie Schaumburg. Und überhaupt seien deutsche Produkte beliebt. So sehe man in Peking viel mehr große BMW und Mercedesse auf den Straßen als in Deutschland. Grundsätzlich sei alles größer, voller und überdimensionierter. „Wenn bei uns in Deutschland ein Haus abgerissen wird, fällt dort gleich ein ganzer Stadtteil.“ Deshalb meint die Chinesin auch, dass sich Hofgeismar seit Mitte der 90er Jahre kaum verändert habe, denn aus ihrer Stadt ist sie anderes gewohnt. Übrigens hat Familie Schaumburg ein Haus in Hofgeismar erworben, um irgendwann hierher zu ziehen. Wann genau, steht noch nicht fest, erst mal wird die Villa zwei Jahre lang renoviert.

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