Eine Stunde ohne Licht

Plötzlich war es dunkel: Wie Hofgeismarer den Stromausfall erlebten

+
Die Magazinstraße an der Ecke Kasinoweg: In Hofgeismar waren ganze Straßenzüge dunkel, nur einzelne Lampen brannten noch während des Stromausfalls.

Hofgeismar. Eine Stunde ohne Fernseher, Computer, Herd und vor allem Licht mussten Hofgeismarer am Dienstagabend zur besten Feierabendzeit auskommen. Plötzlich blieb der Strom aus und ganze Straßenzüge waren in tiefe Dunkelheit getaucht.

„Habt ihr Strom – bei uns ist alles tot?“, waren Sätze, die man auf den Straßen hörte. Kurz darauf sah man, wie sich erste Bewohner in ihren Häusern und Wohnungen mit Taschenlampen und Kerzen behalfen. „Hat schon jemand beim Stromversorger angerufen? Ich habe mein Handy an der Arbeit gelassen“, rief Andreas Till vom Balkon aus seinen Nachbarn an der Magazinstraße zu. Doch welche Nummer wählen in so einem Fall? Gewöhnlich stünde die am Stromzähler, wusste ein Anwohner.

Als sich zehn lange Minuten im Dunkeln immer noch nichts tat, stellten einige Hofgeismarer an ihren Autos das Standlicht an, um Unfälle zu vermeiden. Andere nutzen die Zeit für einen Spaziergang mit dem Hund oder gingen hinaus auf die Straße. Zweimal floss der Strom dann wieder – allerdings nur für Sekunden. „Immerhin ein Zeichen, dass sich was tut“, sagten Anwohner.

Ob Super 2000, Combi oder Aldi – viele der Hofgeismarer Supermärkte waren vom Ausfall betroffen und mussten ihre Kunden bitten, die Läden zu verlassen. Da ja auch ihre Kassen elektrisch betrieben seien, hätten sie ja nichts machen können, sagte eine Mitarbeiterin. Und auch ein Angestellter der Bäckerei Plücker im Combi machte sofort den Laden dicht: „Ich habe dann mit Taschenlampe gefegt und letzte Arbeiten verrichtet – zum Glück passierte es 20 Minuten vor Feierabend.“

Lustig soll es auch auf der Polizeiwache zugegangen sein, wo die elektrisch betriebene Eingangstür den Geist aufgab, sodass Polizisten durchs Fenster in und aus der Wache klettern mussten. Ansonsten hätten sie dort eine Notversorgung, die eingeschränktes Licht und die Funktion der wichtigsten Geräte gewährleiste, heiß es.

Recht entspannt ging Köpenick-Wirt Frank Jesgars mit der Situation um: „Zum Glück fließt mein Bier auch ohne Strom.“ Eigentlich sei es sogar eine schöne Atmosphäre gewesen – seine Gäste hätten bei Kerzenschein gesessen – und da alle Essen serviert gewesen seien, habe es keine Engpässe gegeben.

Eis blieb kalt

Ähnlich bewertet Egidio Mandolini von der Hofgeismarer Eisdiele den Zwischenfall: „Unser Eis hat keinen Schaden genommen – solche kurzen Ausfälle können wir locker wegstecken.“ Erst nach rund acht Stunden werde es eng fürs Eis.

Egidio Madolini

Smartphones waren für viele willkommene Lichtspender und eine gute Möglichkeit, sich die Zeit zu vertreiben: „Ohne die Taschenlampen an unseren Telefonen wäre es ganz schon dunkel gewesen“, sagte die 15-jährige Selda Kaya.

Selda Kaya

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.