Erstes Maiwochenende verlief ruhig

Polizei: Ausgangssperre in Hofgeismar wird eingehalten

Kontrollfahrt: Die Polizei Hofgeismar schaute am Samstagabend in der Fußgängerzone, ob sich alle an die die Coronabestimmungen halten.
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Kontrollfahrt: Die Polizei Hofgeismar schaute am Samstagabend in der Fußgängerzone, ob sich alle an die die Coronabestimmungen halten.

Es ist der Tag, an dem Junge und Ältere mit Bollerwagen durch Wald und Felder ziehen: Am 1. Mai machen sich gewöhnlich viele auf zu einer Wanderung durch die Natur.

Kreisteil Hofgeismar - Am Abend wird oft dann der Grill entzündet und man lässt gemeinsam den Tag ausklingen. Normalerweise, doch dieses Jahr war es anders.

Entweder im großen Familienverband, mit Freunden und Bekannten oder im Kreis von Vereinskollegen – so zogen nicht wenige bis zur Pandemie am Feiertag alljährlich durchs Grüne. Da das aktuell verboten ist, wunderte es kaum, dass am Samstag so gut wie keine Maitourer unterwegs waren.

Wenn überhaupt, so machte man mit der Familie einen Spaziergang oder – wie in Hofgeismar gesehen – unternahmen zwei Freundinnen mit ihrem Nachwuchs eine kleine Wanderung durch die frische Luft. „Das haben wir natürlich extra so geplant, damit wir keine Schwierigkeiten bekommen“, sagte Hanna Briede, die trotz mäßigen Wetters gut gelaunt drei Kinder im Bollerwagen am Kelzer Berg hinter sich herzog.

Ohne Wandergruppen, Musik, die man schon aus der Ferne vernahm und den Duft von Grillwürstchen kam keine echte Erste-Mai-Stimmung auf. Eher erinnerte der Feiertag an einen gewöhnlichen Pandemiesonntag, sah man doch lediglich vereinzelt Leute auf dem Rad, einige joggten oder machten als Ehepaar eine kleine Runde durch Hofgeismars Straßen – eben das typische Corona- Freizeitprogramm in kleinster Runde.

„Normalerweise ist der 1. Mai immer ein Highlight. Dann wandern wir durch den Reinhardswald, machen in Beberbeck Pause und lassen den Tag an der Sababurger Grillhütte gemeinsam enden – und zwar mit Familie und Freunden“, bemerkte Stefan Schindler aus Kelze. Da diesmal sowieso nichts möglich gewesen wäre, habe er sich fürs Arbeiten entschieden.

Wie sehr die kleinen Dinge, die das Leben bereichern fehlen, wurde Doris Jordan bei einem Ausflug am Samstag klar: „Nach vielen Monaten habe ich erstmals wieder ein gezapftes Bier im Glas genießen können – nach dieser langen Zeit war das was Besonderes“, erklärte die Hofgeismarerin. Eher enttäuscht war Lothar Küchmann nach seiner Maiwanderung: „So etwas habe ich noch nie am ersten Mai erlebt, nur eine einzige Person haben wir auf der gesamten Strecke am Deiselberg getroffen“, berichtete der Ostheimer. Hoffentlich werde das nächstes Jahr wieder anders.

Als sich der Tag dem Ende neigte, verwandelte sich Hofgeismar zunehmend in eine Geisterstadt. Waren zu Beginn des Abends noch Menschen an Imbissen zu sehen, Jugendliche im Park oder auf der Skaterbahn, so kehrte auch dort nach 20 Uhr zunehmend Ruhe ein: „Von da an kommt fast keiner mehr zu uns, um Essen zu holen – und das ist mit der Ausgangsbeschränkung noch schlimmer geworden“, berichtet Yeliz Güler vom gleichnamigen Imbiss. Menschenleer ist auch die Hofgeismarer Fußgängerzone als die Polizei eine Kontrollfahrt gegen 20.30 Uhr macht. „Nichts zu beanstanden“, resümierten die Beamten am Sonntagmorgen mit Blick auf die Ausgangsbeschränkung.

Dass fast alle die Regeln ernst nehmen, könnte man vom Verkehrsaufkommen kurz vor 22 Uhr ableiten, als vermehrt Autos auf Hofgeismars Hauptstraße zu sehen waren – wahrscheinlich Bürger, die pünktlich zu Hause sein wollten. Danach kehrte auf der Durchgangsstraße Stille ein. (Tanja Temme)

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