Überstunden stauen sich auch bei Hofgeismarer Beamten auf

Polizei stark belastet wegen Flüchtlingskrise

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Hofgeismar. Die Flüchtlingskrise stellt die Polizei in der Region vor große Herausforderungen.

„Die Beamten der Dienststelle in Hofgeismar müssen mehrmals täglich zur Caldener Flüchtlingsunterkunft fahren“, sagt Stefan Rüppel, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei Nordhessen. „Das ist eine große Belastung.“ Dabei handele es sich meist um Einsätze wegen Diebstählen und Körperverletzung.

Jeder Beamte schiebe etwa 250 Überstunden vor sich her, die wegen Personalnot nicht abgebaut werden können. „Das war bereits vor der Flüchtlingskrise der Fall“, sagt Rüppel. „Doch neue Überstunden kommen jetzt dazu.“

Die Mehrbelastung bestätigt auch Polizeisprecher Torsten Werner: „Die Einsätze haben zugenommen, die Ankunft der Flüchtlinge bedeutet für das Polizeipräsidium Nordhessen einen Mehraufwand.“ Genaue Zahlen will er nicht nennen.

Laut Stefan Rüppel ist nicht nur die Arbeitsbelastung der Beamten ein großes Problem, sondern auch der geringere Schutz der Bürger, da Polizisten mit Einsätzen in Flüchtlingsunterkünften beschäftigt sind. „Wenn bei einem Vorfall wie der Massenschlägerei in Calden bis zu 80 Kollegen aus dem Regeldienst abgezogen werden, fehlen sie an anderer Stelle.“ Wenn es dann zu einem Unfall komme, müssten die Verunglückten im schlimmsten Fall warten. „Das ist traurige Wahrheit.“

Die SPD-Landtagsabgeordnete Brigitte Hofmeyer hat die Beamten der Polizeidienststelle Hofgeismar vor kurzem beim Tagesdienst begleitet und ihre Eindrücke geschildert: „Ich habe hautnah erfahren, wie stark die Polizei belastet ist“, sagt die Politikerin. „Für die zusätzlichen Aufgaben durch die Betreuung der Unerkunft in Calden muss die Landesregierung mehr Polizeibeamte im Kreis Kassel stellen.“

Bei der Polizeistation Hofgeismar sind 45 Beamte beschäftigt.

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