Verdacht auf Volksverhetzung

Identifiziert: Polizei findet gesuchten Mann nach Öffentlichkeitsfahndung

Ein Polizist von hinten und ein Blaulicht
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Die Polizei ist auf der Suche nach einem Unbekannten. (Symbolbild)

Die Polizei suchte einen Unbekannten, der im Februar 2020 in einer Regiotram mit zwei Migranten gestritten und sie rassistisch beleidigt haben soll. Er wurde nun gefunden.

Update vom Freitag, 12.03.2021, 17.52 Uhr: Nachdem die Staatsanwaltschaft Kassel und das Polizeipräsidium Nordhessen am Donnerstag eine öffentliche Fahndung nach einem Unbekannten mit Fotos eingeleitet hatten, konnte dieser gestern identifiziert werden. Es handelt sich laut Polizei um einen 41-Jährigen aus dem Landkreis Kassel.

Wie die Polizei in einer Mitteilung am Freitag erklärte, steht dieser Mann im Verdacht, sich am 1. Februar 2020 am Bahnhof in Hofgeismar und in einer Regiotram in Richtung Kassel wegen Volksverhetzung strafbar gemacht zu haben. Laut eines Zeugen, der das Geschehen in der Tram damals mitbekommen hatte, gab es Streit zwischen dem Mann und zwei Migranten. Der Mann hatte die jungen Männer während der Bahnfahrt rassistisch beleidigt.

Schon kurz nach der Veröffentlichung der Bilder, die aus einer Überwachungskamera der Regiotram stammen, erreichten die Ermittler der Kriminalinspektion Staatsschutz des Polizeipräsidiums Nordhessen E-Mails und mehrere Anrufe, die eindeutig auf einen 41-Jährigen aus dem nördlichen Kreisteil hinweisen. Dadurch konnte der Tatverdächtige identifiziert werden.

Da zuvor alle Ermittlungen und das Verfolgen verschiedener Hinweise im Sande verlaufen waren, hatte ein Richter die Öffentlichkeitsfahndung mit Bild angeordnet, berichtete die Polizei.

Erstmeldung vom Donnerstag, 11.03.2021, 17.24 Uhr: Der Vorfall ereignete sich laut Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Nordhessen und der Staatsanwaltschaft Kassel am Nachmittag des 1. Februar 2020 am Bahnhof in Hofgeismar und in einer Regiotram nach Kassel. Bekannt geworden war der Vorfall nur, weil ein Zeuge Anzeige erstattet hatte. Der Polizei sind bis zum jetzigen Zeitpunkt weder der Täter noch die betroffenen jungen Männer bekannt – trotz intensiver Verfolgung verschiedener Hinweise.

Deshalb veröffentlicht die Polizei jetzt die Bilder des gesuchten Mannes, die aus der Überwachungskamera der Regiotram stammen. Dadurch erhoffen sich die Beamten der Kriminalinspektion Staatsschutz Hinweise aus der Bevölkerung.

Die beiden Migranten und der gesuchte Mann waren am Bahnsteig in Hofgeismar aus unbekannten Gründen gegen 16.20 Uhr in Streit geraten, berichtet die Polizei. In der Regionalbahn soll der Mann, der nach Angaben des Zeugen stark alkoholisiert gewesen sein soll, die Migranten rassistisch beleidigt und volksverhetzende Aussagen gemacht haben.

Zudem soll er kurz eine Tätowierung auf der Brust gezeigt haben. Nach Angaben des Zeugen könnte es sich möglicherweise um die Zahl 88 sowie ein Hakenkreuz gehandelt haben. Wie Staatsanwaltschaft und das Polizeipräsidium Nordhessen weiter mitteilen, hatte der Zeuge während des Streits schlichtend eingegriffen. Daraufhin soll ihn der Unbekannte jedoch angegriffen haben. Der Zeuge blieb unverletzt und stieg an der nächsten Haltestelle in Grebenstein aus. Auch der Unbekannte habe dort die Regiotram verlassen.

Die Polizei beschreibt den Unbekannten wie folgt: Er ist männlich, circa 40 Jahre alt, etwa zwischen 1,70 Meter und 1,80 Meter groß, hat eine normale bis sportliche Statur. In der Regiotram trug er eine schwarze Alpha-Industries-Bomberjacke, blaue Jeans, schwarze Turnschuhe und eine auffällige schwarze Basecap mit einem gelbumrandeten Batman-Zeichen. Zudem hatte er ein rotes Fahrrad dabei.

Die Ermittler der Kriminalinspektion Staatsschutz des Polizeipräsidiums Nordhessen nehmen Hinweise auf die Identität des Mannes unter der Telefonnummer 05 61/91 00 entgegen. (Nela Müller)

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