Abbau der Überstunden

Wegen Pensionierungen: Polizei erwartet erhöhten Nachwuchsbedarf

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Polizeieinsatz am Flüchtlingslager in Calden im Jahr 2015: Inzwischen ist es dort ruhig geworden. Das Containerlager ist nicht mehr bewohnt und wird für den Notfall vorgehalten.

Hofgeismar. Die Polizeibeamten in Hofgeismar konnten Überstunden abbauen, sagt die Polizeidirektion Kassel nach der Berichterstattung über die Überstundenbelastung und die Gewerkschaftsversammlung  der Polizei.

Die Überstundenzahl sank danach von 193 im Jahr 2017 auf durchschnittlich 187 Stunden pro Beamten im vergangenen Jahr, sagte Polizeisprecher Matthias Mänz. Im Bereich der Polizeidirektion Kassel wurden im Schnitt 154 Überstunden je Beamten gezählt – 146 im Jahr 2017.

In der Station Hofgeismar seien derzeit alle Stellen besetzt, berichtete Mänz weiter. Bei ungeplanten dauerhaften Ausfällen, beispielsweise durch Erkrankungen, werde in der Regel eine Entlastung durch vorübergehende Personalzuweisungen geprüft. Eine personelle Verstärkung auch für den Bereich des Polizeipräsidiums Nordhessen erwartet man dort von der „Einstellungsoffensive“ der Landesregierung. Die wolle zusätzliche Stellen für die hessische Polizei schaffen.

Wie berichtet, hat die Landesregierung im vorigen Jahr rund eine Million Euro bereitgestellt. Damit wurden auf Wunsch 51.257 Überstunden an Beamtinnen und Beamte im Bereich des Polizeipräsidiums ausgezahlt. Zwangsversetzungen nach Nordhessen, von denen in der GdP-Versammlung die Rede war, hat es nach Angaben Mänz nicht gegeben.

Erhöhter Nachwuchsbedarf

Bei den jüngsten Versetzungsterminen hätten sich ausreichend Bewerber für die freien Stellen in Nordhessen gemeldet. Allerdings bestehe wegen der Pensionierung personalstarker Jahrgänge und des langfristigen Stellenzuwachses ein erhöhter Nachwuchsbedarf für die nordhessische Polizei. Das Polizeipräsidium Nordhessen betreibe deshalb in der Region bereits intensive Nachwuchswerbung und stehe dazu auch im engen Kontakt mit der Hessischen Polizeiakademie in Wiesbaden, die zentral für die Einstellungen bei der hessischen Polizei zuständig ist.

Melanie Röhl, Sprecherin der Wiesbadener Polizeiakademie, bestätigte, dass sowohl Landes- als auch Bundespolizei „die gleiche Zielgruppe umwerben“. Inwieweit das Ausbildungszentrum der Bundespolizei in Eschwege Konkurrenz für die Landespolizei sei, könne die Polizeiakademie nicht sagen.

Bewerber, die von mehreren Polizeien Zusagen bekommen hätten, könnten sich ihren Arbeitgeber aussuchen. Dabei spielten neben der Entfernung zum Ausbildungsort die Bezahlung, die Einstufung – gehobener oder mittlerer Dienst – sowie die Familienfreundlichkeit eine Rolle. 

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