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Praxen am Limit: In ganz Hessen protestieren Ärzte erneut

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Hausärztinnen Raphaela Lehmann und Eva Oenning
Die Hausärzte in Fuldatal beteiligen sich am hessenweiten Protest. Auch die Praxis in Ihringshausen wird am Mittwoch geschlossen bleiben. Die Hausärztinnen Raphaela Lehmann und Eva Oenning erklären, warum. © Schaub, Valerie

Ärzte im Kreis Kassel üben schon seit langer Zeit Kritik an den Überlastungszuständen in ihren Praxen. Viele Einrichtungen bleiben morgen aus Protest geschlossen.

Kreis Kassel – Morgen findet hessenweit der zweite Protesttag der Haus- und Fachärztinnen und -ärzte so-wie der Psychotherapeutinnen und -therapeuten statt. Laut der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) müssen sich auch Patienten im Landkreis daher darauf einstellen, dass zahlreiche Praxen an diesem Tag erneut geschlossen bleiben. Wie viele es genau sein werden, ist aktuell noch nicht zu sagen. Die Arztpraxen entscheiden selbst.

Bereits am 26. Oktober waren viele Praxistüren verschlossen geblieben, um „gegen die derzeit feindliche und respektlose Politik von FDP, SPD und Grünen sowie des GKV-Spitzenverbands gegenüber der ambulanten Versorgung zu demonstrieren“, teilt die KV mit. Der Hausärztesprecher im Landkreis, Dr. Christoph Claus aus Grebenstein, betonte bereits im Zuge des ersten Protests, dass eine Ungleichbehandlung innerhalb des Gesundheitswesens herrsche. Unter diesen Bedingungen würde er sich nicht wundern, wenn sich noch weniger Menschen für diesen Job entscheiden. Die Wertschätzung für die medizinische Ambulanz fehle.

In Hofgeismar beispielsweise haben sich aus diesem Grund zahlreiche Praxen dazu entschieden, morgen zu schließen und ein Zeichen zu setzen. Die Gemeinschaftspraxis am Steinweg kümmert sich nach eigenen Angaben an diesem Tag um die Notfallvertretung, und zwar in der Zeit von 8 bis 10 Uhr.

Zweiter Protesttag der Ärzte 

Mit den Schließungen protestieren niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten gegen die aktuelle Sparpolitik, teilt der Hausärzteverband mit. Praxen organisieren Not-Vertretungen untereinander, erklärt Christioph Claus, Vorstandsmitglied und Grebensteiner Hausarzt. Der Bereitschaftsdienst greife am Mittwoch ab 14 Uhr. In Gießen, Fulda und Oberzehnt gibt es Protestmärsche. Der Protesttag am Mittwoch ist der zweite. Für den 18. Januar ist ein dritter geplant. vsa

„Die Stimmung unter den Hausärzten ist sehr unterschiedlich“

Ein weiteres Beispiel aus dem Landkreis: Die Hausärztinnen Raphaela Lehmann und Eva Oenning aus Fuldatal-Ihringshausen beteiligen sich ebenfalls am Protest. In Fuldatal haben sich die Praxen abgesprochen. Für absolute Notfälle bleibt deshalb die Praxis von Habtom Haile in der Veckerhagener Straße 57 geöffnet.

Ganz anderer Meinung ist da Ralf Wittwer von der Hausarztgemeinschaft Waldeck-Wolfhager Land mit Praxen unter anderem in Wolfhagen, Naumburg und Bad Emstal. „Die Stimmung unter den Hausärzten ist sehr unterschiedlich“, sagt Wittwer. Die Praxen der Hausarztgemeinschaft jedenfalls würden morgen offen bleiben: „Den Patienten kann man doch gar nicht klar übermitteln, warum sie am Mittwochvormittag nicht zum Arzt gehen können.“ Er betont, dass der Job eines Arztes zwar anstrengend, die Arbeit seines Erachtens aber gut zu bewältigen sei. (Valeria Schaub und Daria Neu)

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