Kunstaktion der Maler Helge und Saxana 

Protestaktion gegen Windkraft im Reinhardswald: „Der Baum ist der Messias“

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Malen für den Reinhardswald: Helge Hommes und Saxana Schoetschel vor einem ihrer Werke, das demnächst in einer Ausstellung, ebenfalls im Wald, gezeigt werden soll. Immer dabei ist auch Hündin Leeloo.

Auch über die regionalen Bündnisse hinaus formiert sich Protest gegen die Windkraftanlagen im Reinhardswald. Künstler aus Leipzig beziehen mit Bildern Stellung.

In einem Waldstück zwischen Tierpark und Friedwald spielt sich derzeit eine außergewöhnliche Protestaktion ab. Die Künstler Helge Hommes und Saxana Schötschel, die sich selbst meist kurz und prägnant als Helge und Saxana bezeichnen, haben hier bereits zum dritten Mal in diesem Jahr ihr Lager aufgeschlagen und malen Bilder. 

Inspirieren lassen sie sich von diesem Waldstück. Ihre Motive bilden zumeist das ab, was die Künstler in der unmittelbaren Umgebung sehen und zeigen dabei auch die Vergänglichkeit des Waldes und die menschlichen Einflüsse auf die Vegetation.

Auch im Hambacher Forst waren sie dabei

Mit der Malaktion engagieren sich die beiden gegen den geplanten Bau von Windkraftanlagen in genau diesem Teil des Reinhardswalds. Protesterfahrung bringen beide durchaus mit: „Wir waren zum Beispiel im Hambacher Forst dabei, als tausende Menschen, unter anderem in den Baumhäusern, gegen die Abholzung protestierten“, berichten sie. Auch dort malten die beiden und veranstalteten eine Vernissage. Doch nicht nur im Wald, sondern auch bei der Besetzung der Kohlegruben waren sie dabei – immer mit Pinsel, Farben und Leinwand im Gepäck. Auch dort malten sie das, was sie in ihrer direkten Umgebung vorfanden.

Mit einem großen Banner machen sie schon von Weitem auf ihr Anliegen aufmerksam. Die beiden Künstler hoffen auf breite Unterstützung.

Dass der Wald eine wichtige und besondere Funktion für die Menschen hat, da sind sich Helge und Saxana einig. Den Bäumen begegnen die beiden Künstler mit Respekt und Achtung. Sie sehen sie als gleichwertige Geschöpfe und gehen im Gespräch sogar noch darüber hinaus: „Der Baum ist der Messias“, meint Saxana und Helge pflichtet ihr sofort bei. Sie beziehen sich damit darauf, dass ein intakter Wald in ihren Augen eine absolute Notwendigkeit für die Beseitigung der Klimakrise ist – und das sei ohne Bäume nicht denkbar. Gleichzeitig ist ihnen aber auch eine spirituelle Verbindung zu den Bäumen wichtig.

Künstler sagen "Ja" zu Windkraft - aber nicht im Wald

Daher rührt auch der Protest in außergewöhnlicher Form gegen die Windkraft am Standort. So seien sie keineswegs Gegner von Winkraftanlagen und sähen diese vielmehr als einen wichtigen Baustein der Energiewende. Allerdings: „Windkraftanlagen gehören nicht in den Wald.“ Davon sind beide überzeugt. „Als wir zum ersten Mal von den Windkraftplänen hörten, dachten wir, dass der Urwald betroffen sei“, berichtet Helge weiter. Obwohl dort keine Windkraftanlagen gebaut werden sollen, entschlossen sie sich, etwas gegen diese Nutzung des Waldes zu unternehmen.

Hoffen auf breite Mobilisierung

Noch sind sie – zumindest im Wald – recht alleine mit ihrem Protest. Allerdings hoffen die Maler auf eine breite Unterstützung für ihr Anliegen. Kontakte bestünden durchaus, berichtet Helge: „Wir kennen durch unseren Protest im Hambi auch Menschen von Ende Gelände und anderen Gruppen.“ Außerdem wollen sie insbesondere mit der lokalen Bevölkerung und auch Entscheidungsträgern in Kontakt kommen.

Ob der Protest erfolgreich sein wird und mehr Menschen mobilisieren kann, wird sich wohl erstmals Ende September zeigen. Dann wollen beide am Wochenende 21./22. September jeweils ganztägig eine Kunstausstellung der rund 30 Gemälde, die sie das Jahr über im Reinhardswald malten, installieren und zum Diskurs einladen.

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