Streit beim Grillen: Freispruch für 28-Jährigen

Hofgeismar. Mit einem Freispruch ging am Dienstag die Verhandlung gegen einen 28-jährigen Hofgeismarer zu Ende, der wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung, Sachbeschädigung und versuchter Nötigung angeklagt war.

Im Juli vergangenen Jahres soll der Angeklagte nach einer Party an der Grillanlage zum Hahnenberg in Kelze mit einem Mann in Streit geraten sein. Er habe ihn zu Boden geworfen, auf ihn eingetreten und mehrfach mit einer Bierflasche auf ihn eingeschlagen. Weiterhin soll er das Mobiltelefon des Opfers in eine Feuertonne geworfen haben.

Der mutmaßliche Täter durfte sich nun vor Gericht rechtfertigen. Hinzu kam der Vorwurf, eine Augenzeugin der Tat eingeschüchtert zu haben.

„Ich möchte hier nun die Wahrheit sagen“, begann der Angeklagte seine Aussage und schilderte detailliert einen völlig anderen Tathergang. Das Opfer sei ihm unangenehm aufgefallen, weil er sehr viel getrunken habe. Von zwei Flaschen Jägermeister und etlichen Bieren war die Rede. Das Verhalten des 41-jährigen Mannes wäre immer ausfallender geworden.

Es kam zu einer Rangelei mit anderen, der Mann aus Koblenz ging zu Boden. Der Angeklagte wäre zwischen die Kontrahenten gegangen, habe sich um den Betrunkenen gekümmert, bis dieser von einem Bekannten zum Gehen genötigt wurde. Wenig später erschien er erneut - es kam zu einer weiteren Auseinandersetzung mit anderen, in deren Verlauf der Koblenzer zu einem Messer griff, das ihm aber entwendet werden konnte.

Betrunken auf der Straße

Später sahen der Angeklagte und ein Freund eine Person auf der Straße liegen und erkannten, dass es der betrunkene Randalierer war. „Ich wollte ihn nicht direkt anfassen, weil ich befürchtete, dass er um sich schlagen könne“, gab der Angeklagte an, „also habe ich ihn mehrfach mit dem Fuß angestupst. Ich trug leicht Gummischuhe - so genannte Crocks - und habe ihn nicht verletzt.“

Da der Mann ansprechbar war und scheinbar nur seinen Rausch ausschlafen wollte, ließen sie ihn liegen. Als später Krankenwagen und Polizei erschienen, wurde der 28-jährige mitgenommen, einem Alkoholtest unterzogen und befragt.

Zwei Tage später habe er zwar die Augenzeugin gemeinsam mit sechs anderen Personen aufgesucht, aber sie in keinster Weise eingeschüchtert. Es sei vornehmlich um Unstimmigkeiten bei der Organisation der Feier gegangen. Auf die Frage, was sie bei Gericht sagen solle, habe er gesagt: „Die Wahrheit.“ (zgi)

Rubriklistenbild: © dpa

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