1. Startseite
  2. Lokales
  3. Hofgeismar
  4. Hofgeismar

Publikum erlebte ein Musikmysterium

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Thomas Thiele

Kommentare

Sängerin
Die Vocalgruppe des Landesjugendjazzorchesters Hessen beeindruckte mit ihrem perfekt abgestimmten Gesang. © Thomas Thiele

Einen großartigen Ausflug in die Zeit der Bigbands und Tanzsäle erlebten Besucher beim Swing-Konzert des Kultursommers Nordhessen in Hofgeismar.

Hofgeismar – „Das war ein großartiger Abend mit soviel echter, handgemachter Musik“, schwärmte ein Zuhörer am Ende. So sahen es auch die übrigen weit über 300 Gäste, die im Kultursommer Nordhessen vor dem Schlösschen Schönburg im Hofgeismarer Gesundbrunnenpark am Freitagabend ein Swing-Konzert erster Güte erlebten. Rund 20 Musikerinnen und Musiker zwischen 18 und 26 Jahren, die zweimal pro Jahr zu Proben und außerdem zu Konzerten in vielen Ländern der Erde aus ihren Studienorten in ganz Europa anreisen, servierten unter dem Titel „Swing is King“ einige Glanzstücke aus dem Bigband-Repertoire.

Das Bild zeigt einen Blick von der Bühne herunter über die Musiker mit dem Publikum im Hintergrund.
Lauer Sommerabend mit wunderbaren Swing-Klängen: Das Landesjugendjazzorchester spielte im Brunnenpark in Hofgeismar in der Abendsonne. © Thomas Thiele

Dazu gehörten das exclusiv arrangierte „Lil’ darlin’“ der Benny Goodman Band, Glenn Millers „Sing, sing, sing“, Count Basies Tanzsaal-Klassiker „Jumping at the Savoy“ oder Glenn Millers Hochschul-Studienarbeit, die als „Moonlight Serenade“ zu Weltruhm gelangte – und sogar auf einer China-Tour dem Landesjugendjazzorchester als Türöffner an den Staatsaufpassern vorbei diente. Bei allen Stücken brachten die jungen Saxofonisten, Trompeter und Posaunisten und die fünfköpfige Rhythmusgruppe die Aura der großen Swingzeit wieder auf die Bühne.

Eine große Bühne ist in einem Park aufgebaut, davon sitzen über 300 Zuhörer auf Stühlen.
Der Brunnenpark am Schlösschen Schönburg in Hofgeismar bot eine stimmige Umgebung, auch wenn das Publikum in die Abendsonne blicken musste und von den Musikern kaum etwas sah. © Thomas Thiele

Die erlebte der Jazz und Swing vor allem in den 1930er und 1940er Jahren und den Höhepunkt während des Zweiten Weltkriegs, wo er im Nazi-Deutschland verboten war und wo man durch Spielen und Hören der „entarteten Musik“ im Gefängnis enden konnte.

Drei Frauen und zwei Männer stehen in schwarzer Kleidung auf einer Bühne und singen.
Auch das Vocalensemble Kicks & sticks voices des Landesjugendjazzorchesters Hessen gab eine Zugabe. © Thomas Thiele

Hintergründe zu den Komponisten und den Stücken und den Erlebnissen damit servierte Bandleader Wolfgang Diefenbach im Plauderton mit. Er bedauerte, dass der Swing, dessen Rhythmus der Grundstein aller Rhythmen, dessen Takt aber nicht genau festzumachen sei und deshalb ein Mysterium bleibe, heute bei jungen Leuten kaum noch bekannt sei. Das Gegenteil bewiesen das Orchester und die fünf jungen Sängerinnen und Sänger des Ensembles mit wunderbar schmelzenden Stimmen mit der Charly-Chaplin-Komposition „Smile“ und zwei weiteren Stücken. Das Orchester meisterte ebenso Chattanooga Choo Choo als größten Swing Hit aller Zeiten und als Heimspiel für den Schlagzeuge „The Rotten Kid“ von Buddy Rich. Stehender Applaus. (Thomas Thiele)

Auch interessant

Kommentare