Tiere werden gestört

Quads im Naturschutzgebiet: Ärger um rücksichtslose Fahrer

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Prost Ausflug: Am Himmelfahrtstag fuhr eine Truppe von Quadfahrern zu einer Rast auf den für Fahrzeuge verbotenen Offenberg bei Carlsdorf, ein Naturdenkmal. Schon das verbotene Befahren von Wirtschaftswegenn kostet pro Fahrer 20 Euro. Hinzu kommen die Schäden an der Natur.

Kreisteil Hofgeismar. Die meisten Motorradfahrer und Fahrer von vierrädrigen sogenannten Quads verhalten sich vernünftig und bleiben auf den Straßen.

Doch immer wieder gibt es Fahrer, die suchen sich reizvollere Strecken für ihr Hobby aus – nämlich die freie Natur. Dass sie dabei gerade im Frühjahr blühende Pflanzen, Vogelgelege und Tiere bei der Jungenaufzucht stören und zerstören, kümmert sie meist nicht.

Viele Fälle bleiben ungeahndet, weil die Fahrer unter ihren Helmen meist unerkannt bleiben und im Wald ihre Nummerschilder mit Dreck verschmieren oder ganz abbauen.

Vor zwei Jahren sind immerhin bei Gottsbüren zwei Fahrer von Zeugen im Wald ertappt und angezeigt worden. Doch die Dunkelziffer ist viel höher, wenn auch nicht so dramatisch wie in anderen Regionen, räumt Klemens Kahle vom Forstamt Reinhardshagen ein.

Es gebe manche Bereiche, etwa an der Grenze zu Westfalen bei Deisel, da sei es zeitweise schlimm gewesen mit illegalen Fahrten durch die empfindlichen Naturgebiete.

Quadfahrer am Offenberg bei Carlsdorf.

Menschen erschreckt

Wenn Quads oder Geländemotorräder mit 50 bis 60 km/h über Waldwege oder sogar abseits der Wege fahren und dabei nicht nur Spaziergänger, Wanderer und Förster erschrecken und belästigen, sondern teilweise sogar attackieren, dann hört für viele der Spaß auf. 

Immer wieder, so berichten auch die Förster, bestehen die Fahrer darauf, ihre Maschinen mal richtig auszuprobieren und die Natur zu erleben, sofern es denn zu einem Gespräch kommt. Durch ihr Fahren versetzen sie aber die Tiere in Panik, Elterntiere verlassen ihre Jungen, die Räder zerstören die Erdoberfläche, die dann verwittert, seltene Blumen werden plattgefahren. 

In Naturschutzgebieten ist die Sache noch enger geregelt: Hier dürfen noch nicht einmal Wanderer die Wege verlassen, sie dürfen keinen Müll liegen lassen, keine Pflanzen ausgraben geschweige denn Motoröl verlieren oder mit Fahrzeugen darin herumfahren. Genauso geschützt, nur deutlich kleiner, sind flächenhafte Naturdenkmale wie der Offenberg bei Carlsdorf. Für das illegale Befahren von Wirtschaftswegen kassiert die Polizei lediglich 20 Euro, für Verstöße gegen das Naturschutzgesetz erstatten die Forstbehörden weitergehende Anzeigen.

Wer sich mit Quad oder Motorrad mal austoben will, könnte übrigens mal auf der Strecke des Enduro Club Hofgeismar bei Kelze vorbeisehen – Sonntag ab 14 Uhr, Dienstag und Freitag ab 16 Uhr.

Am Offenberg wurde übrigens vergangene Woche eine Quadfahrertruppe bei ihrem Ausflug durch das geschützte Areal von anderen Ausflüglern beobachtet – und fotografiert.

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