3,6 Millionen verschlang Projekt

Reaktionen auf Beberbeck-Zahlen: Für viele ist es abgehakt

Der Traum ist lange aus: So hätte ein Resort Clubhotel in Beberbeck aussehen können. Grafik: Archiv/Avgroup.de

Hofgeismar. Jahrelang war um die Herausgabe der Zahlen für Beberbeck gerungen worden, seit Kurzem liegen sie auf dem Tisch. Doch die Reaktionen darauf sind anders als erwartet.

Der Traum vom Ferienresort in Beberbeck hat Hofgeismar 3,6 Millionen Euro gekostet. Doch das politische Echo ist bisher gering. Wir haben die Parteien gefragt, welche Konsequenzen sie aus den Zahlen ziehen.

SPD: Versprechen erfüllt 

Für die Hofgeismarer SPD ging es vor allem um ein Wahlversprechen: „Markus Mannsbarth hat seine Ankündigung wahr gemacht und die Zahlen veröffentlicht“, sagt Stadtverbandsvorsitzender Peter Nissen. Das sei man der Bevölkerung schuldig gewesen, die ein großes Interesse an den Beberbeck-Kosten gezeigt habe. Der frühere Bürgermeister Sattler habe im Gegensatz zu Mannsbarth nur auf Zeit gespielt. Politische Auswirkungen haben die Zahlen laut Nissen nicht: „Da gab es ja keine große Überraschung.“ Deshalb werde man die Zahlen nicht mehr thematisieren. Der Schlusspunkt in Sachen Beberbeck sei schon vor vielen Jahren gesetzt worden.

CDU: War Versuch wert 

„Wir haben die Zahlen nicht angefordert, aber auch nichts zu verbergen“, sagt Maik Sembowski (CDU). Was Beberbeck die Stadt gekostet hat, sei schon lange aktenkundig: „Da war nichts dabei, was uns überrascht hat.“ Der Bau des Ferienresorts sei den Versuch wert gewesen.

WSD: Sind Verwundert

Für die Hofgeismarer WSD ist das Thema Beberbeck nicht erledigt. Man sei verwundert, dass sich die Stadt nun auf die Schulter klopfe und sage: „Wir sind mit der Bürgschaft hingekommen.“ Das sei doch nicht neu. Interessanter sei vielmehr, dass noch Forderungen des Insolvenzverwalters von rund 100 000 Euro gegen die beiden früheren Geschäftsführer der Besitzgesellschaft bestünden, für die die Stadt aufkommen solle: „Es hieß doch immer, die Gesellschaft ist eigenständig und daher nicht auskunftsverpflichtet. Doch wenn Regressansprüche kommen, ist plötzlich wieder die Stadt verantwortlich“, kritisiert Stefan Dworak (WSD). Das sei eine „komische Logik, die mich schockt“. Zudem habe es immer geheißen, die Stadt habe genau Buch geführt, wie viele Arbeitsstunden ihre Mitarbeiter für Beberbeck aufgewendet hätten. Doch jetzt sei man nicht in der Lage, das aufzulisten.

Linke: Nie Wieder 

„An sich sollte man den früheren Bürgermeister Heinrich Sattler - zumindest anteilig - persönlich für den Schaden haftbar machen“, sagt Dr. Christian Knoche. Aber leider funktioniere das rechtlich nicht. Die Konsequenz könne für die Stadt daher nur heißen, aus dem Schaden klug zu werden: „Nie wieder so ein Größenwahn mit städtischem Geld und privaten Besitzgesellschaften.“

FDP: Risiko vertretbar 

Keine große Brisanz sieht auch Reinhard Priem (FDP). In nicht öffentlicher Sitzung hätten die Parlamentarier die Größenordnung bereits seit langem gekannt. Auch wenn es mit dem Ferienresort nichts wurde, so sei es richtig gewesen, das Wagnis einzugehen. „Bei den Chancen, die sich boten, war das Risiko mit 3,5 Millionen Euro vertretbar.“

Die Frage sei, ob alles professionell genug lief, aber das sei nun Vergangenheit. „Wir werden kein Theater machen“, sagt Priem, und ob „einer einen Sekt zuviel getrunken hat“, sei letztlich auch zweitrangig.

Er fordert die Fraktionen auf, in Sachen Beberbeck „auf dem Teppich zu bleiben“.

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