Verspätungen und Chaos auf der Strecke zwischen Kassel und Hofgeismar

Regiotram-Fahrgäste sind auf Bahnsteig in Grebenstein gestrandet

Kassel/Grebenstein. Ein Oberleitungsschaden und das Unwetter haben am Freitag für große Probleme bei der Regiotram Kassel-Hofgeismar gesorgt. Nun werden Vorwürfe gegen den NVV laut.

Lange Wartezeiten in der Hitze und gestrandete Passagiere auf einem Bahnsteig in Grebenstein: Fahrgäste auf der Regiotram-Strecke Kassel-Hofgeismar (RT1) mussten am Freitagabend einiges über sich ergehen lassen.

Die Probleme begannen bereits am Nachmittag, als die Strecke durch einen Oberleitungsschaden lahmgelegt wurde. Ein HNA-Leser, der gegen 16 Uhr vom Hauptbahnhof Kassel nach Hofgeismar wollte, berichtet, dass der angekündigte Schienenersatzverkehr fast zwei Stunden auf sich warten ließ. „Weil in der Zwischenzeit sehr viele Menschen ebenfalls warteten, war der Bus dann dementsprechend voll, sodass einige Fahrgäste und ich selbst auch nicht einsteigen durften“, berichtet der Leser.

Erst um 19.40 Uhr, nach gut dreieinhalb Stunden Wartezeit, sei er vom Hauptbahnhof weggekommen. Auch an anderen Stationen hätten die Fahrgäste ohne Informationen lange gewartet. „Man traute sich nicht wegzugehen, falls genau in dem Moment der lang ersehnte Bus eintrifft“, erklärt der NVV-Kunde.

Angelika Großwiele aus Espenau berichtet von weiteren Problemen am späten Abend in Grebenstein: Fahrgäste von zwei Regiotrams seien dort auf dem Mittelbahnsteig gestrandet, weil die Unterführung nach dem Unwetter von stinkendem Wasser überflutet war. Auf anderen Gleisen kamen zwar mehrere Regiotrams vorbei, die die Passagiere aber nicht erreichen konnten. Nur einige Jugendliche hätten den gefährlichen Weg über die Gleise gewählt.

Regiotram musste rangieren

Erst gegen 22 Uhr kam Rettung: „Ein netter Regiotram-Fahrer vollführte einen Rangierakt, um an den Bahnsteig zu kommen, wo die weniger Wagemutigen auf die Einstiegsmöglichkeit warteten“, berichtet Großwiele.

Viele Fahrgäste hätten sich über das Krisenmanagement des NVV mockiert: „Das spottet jeder Beschreibung“, sagt Großwiele. Beim Verkehrsverbund und bei der Kasseler Verkehrsgesellschaft war am Wochenende für eine Stellungnahme niemand zu erreichen.

Die Grebensteiner Feuerwehr war über die überflutete Unterführung jedenfalls nicht informiert, berichtet der stellvertretende Stadtbrandinspektor Dennis Paukstat. Die Feuerwehr könne nach einem Unwetter nicht alle neuralgischen Punkte auf Verdacht abfahren. Dafür seien es zu viele. „Wir sind darauf angewiesen, dass wir alarmiert werden“, sagt Paukstat. (mcj/tzi)

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