Neues Druckkontrollsystem: Reifenwechsel wird für neue Autos teurer

Hofgeismar. Reifenschäden zählen zu den häufigsten Pannenursachen. Wer sie rechtzeitig mit Luft aufpumpt, ist auf der sicheren Seite. Seit Anfang des Monats müssen Neuwagen mit einer elektronischen Reifendruck-Kontrolle ausgerüstet sein.

Das gilt für alle Wagen, die erstmals zugelassen werden. Ältere Autos bleiben von der neuen Regelung verschont. Eine Nachrüstpflicht besteht nicht. Die RDKS-Technik war bisher freiwillig, jetzt ist sie Pflicht. „Das System ist sinnvoll“, sagt der TÜV Hessen Hofgeismar. Einige Kunden regen sich darüber auf, denn es geht ins Geld. Letzten Endes gehe es aber um die Sicherheit der Autofahrer. Denn haben die Reifen zu wenig Luft, leidet laut ADAC die Fahrsicherheit. „Die Regelung ist eine weitere Sicherheitsmaßnahme“, bestätigt Werkstatt-Inhaber Michael Joswig. Der Spritverbrauch steige, die Reifen nutzen sich ungleichmäßig ab. Bisher mussten Halter den Reifendruck selbst kontrollieren, jetzt hilft die Technik: Fällt der Druck ab, zeigt sie eine Fehlermeldung.

Dafür müssen je nach System auch die Reifen entsprechend ausgestattet sein: Sensoren in den Reifen können den Luftdruck ermitteln und an die Elektronik übermitteln. Die müssen extra angebracht und eingestellt werden. Alleine lassen sich die Reifen dann nicht mehr wechseln. Das geht nur noch in der Werkstatt - und das kostet. Der richtige Reifendruck wird von vielen Autofahrern unterschätzt. Bei Kurvenfahrten und Nässe bauen Reifen mit einem zu geringen Druck deutlich ab.

Kunden müssen mit 200 bis 450 Euro für das RDKS rechnen, je nach Fahrzeughersteller. Von der Vorschrift betroffen sind Autos und Wohnmobile mit bis zu acht Sitzen und einer Erstzulassung seit Anfang November.

Trotzdem rät Joswig, einmal monatlich den Reifendruck zu prüfen. (bdi/mtg)

Rubriklistenbild: © picture alliance / zb

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