Befallene Bäume werden aus dem Wald entfernt

Borkenkäfer hält Förster im Reinhardswald auf Trab

+
Borkenkäfer in einer Fichte: Mit ihren Fraßgängen zerstören die Käferlarven das Holz und bringen die befallenen Bäume zum Absterben.

Erst setzte Sturmtief Sabine den Fichten im Reinhardswald zu, jetzt der Borkenkäfer. Förster und Forstwirte versuchen, den Bestand zu retten.

Viel Sonnenschein und frühlingshafte Temperaturen: Über dieses Wetter freut sich auch der Borkenkäfer. „Der Käfer fliegt massiv und frisst uns die letzten Fichten auf“, beschreibt Klemens Kahle vom Forstamt Reinhardshagen die Situation im Reinhardswald.

Etwa vier Wochen stehen den Mitarbeitern zur Verfügung, um die verbliebenen Fichten zu retten. Förster und Forstwirte sind unterwegs, um befallene Bäume zu finden. Die sollen markiert und aus dem Wald geholt werden, sagt Kahle. Damit wird verhindert, dass aus ihnen die nächste Käfergeneration ausfliegt und noch mehr Fichten befallen kann.

Borkenkäfer im Reinhardswald: Mit "Fanghaufen" Ausbreitung eindämmen

Daneben werden im Wald „Fanghaufen“ aufgebaut, erklärt der Sprecher des Forstamtes. Dazu werden dünne Fichtenstämme zeltartig zusammengestellt, in denen ein Beutel mit Lockstoff hängt. Dieser Stoff, den in der Natur Käfermännchen abgeben, zieht die Weibchen an. 

Die krabbeln auf die Fichtenstämme, die mit einem Kontaktgift bestrichen sind. Dadurch werden die Tiere getötet, bevor sie ihre Eier unter der Rinde der Nadelbäume ablegen können, erläutert Kahle. Als letzte Möglichkeit kann das Forstamt Insektizide einsetzen.

Borkenkäfer: kein Schaden an gelagerten Stämmen 

Für die geschälten Fichtenstämme wurde in Veckerhagen der Lagerplatz des früheren Sägewerks angemietet. Dort wird das Holz gelagert, bis die Kunden es abholen. Dort kann auch der Borkenkäfer keine weiteren Schäden anrichten. 

Auf dem Platz wird auch Holz gelagert, dass beim Sturmtief Sabine Anfang Februar gefallen ist. Dieser Windwurf habe gut aufgearbeitet werden können. Das Holz, das bis 2019 angefallen war, ist nach Kahles Angaben aus den Wäldern abgefahren worden.

Nadelbäume, die bereits abgestorben sind, können im Wald stehenbleiben. Dort finden Käfer keine Brutplätze mehr. Die Förster müssen aber darauf achten, dass von solchen Bäumen keine Gefahr ausgeht.

Klemens Kahle, Forstamt

Coronabedingte Ausfälle gibt es im Reinhardswald noch nicht, sagt Kahle. Ein Unternehmer habe seine Maschinen abgezogen und die Holzabfuhr unterbrochen, weil er das Holz nicht verkaufen kann. Alle anderen Arbeiten laufen wie geplant. Die Mitarbeiter hielten die Abstandsregeln ein. 

Buchdrucker und Kupferstecher in den Fichten

Die warmen Jahre 2018 und 2019 hatten schon zu großen Käferpopulationen geführt. Witterungsbedingt wurden noch im September Käfer festgestellt, heißt es auf der Internetseite waldwissen.net. Das schaffte gute Voraussetzungen für eine erneute starke Vermehrung in diesem Frühjahr. Zwei Käferarten machen es den Fichten schwer: In den Stämmen nagt der Nachwuchs der Buchdrucker, in den Ästen sind die Larven der zweiten Art – der Kupferstecher – zu finden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.