Immer mehr Schwerbehinderte im Landkreis Kassel

Rollstuhlfahrer in Hofgeismar: "Stadt bemüht sich"

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Hürden im Alltag: Jörg Schweitzer vor einer öffentlichen Toilette in Hofgeismar, das Öffnen der Tür wird zur Herausforderung für Rollstuhlfahrer ohne Begleitperson.

Hofgeismar. Es gibt immer mehr Schwerbehinderte im Landkreis Kassel und die Tendenz ist weiter steigend. Mehr als jeder Zehnte ist derzeit schwerbehindert.

Im Alltag haben sie mit vielen Hindernissen zu kämpfen. Jörg Schweitzer, der wegen seiner Erkrankung an Multipler Sklerose seit vielen Jahren im Rollstuhl sitzt, kennt die problematischen Stellen in Hofgeismar.

Beispielsweise seien viele öffentliche Toiletten nicht behindertengerecht ausgebaut. Obwohl die Toiletten als Behinderten-WCs gekennzeichnet sind, seien sie kaum nutzbar, da sie für Rollstühle viel zu eng gebaut sind und die Türen von Hand geöffnet werden müssen.

Schweitzer bedauert auch, dass es beim Rathaus zwar eine Rollstuhlrampe gibt, diese jedoch hinter dem Gebäude liege und kein Schild darauf hinweise. Insgesamt sei Hofgeismar aber durchaus behindertenfreundlich, man könne vieles problemlos erreichen.

„Die Absenkung an den Bürgersteigen ist gut berücksichtigt und auch die Bussteige sind alle so hoch, dass Rollstuhlfahrer problemlos in Busse einsteigen können“, sagt Schweitzer.

Die Stadt bemühe sich sehr, Beschwerden sofort nachzukommen. Schweitzer erinnert sich, dass er einmal Probleme hatte, die Absperrung an einem Fußgängerweg zu passieren, da sein Rollstuhl nicht durchgepasst habe. Er habe sich sofort bei der Stadt beschwert und schon am nächsten Tag habe ein Stadtarbeiter die Stangen gekürzt. Schweitzer sieht auch ein Problem bei den Krankenkassen. Diese würden bestimmte Anträge – wie für bessere Rollstühle – grundsätzlich ablehnen.

Von Lilli Elsebach

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