Hofgeismarerin sucht weitläufiges Gehege

Roswitha König bekam zu Ostern drei Feldhasenbabys zum Aufpäppeln

Roswitha König. Archivfoto: zta

Hofgeismar. Feldhasen gibt es inzwischen nicht mehr allzu viele. Umso bemerkenswerter ist, dass bei Roswitha König an den Ostertagen gleich drei Hasenwaisen abgegeben wurden.

Eigentlich hat sich die Tierschützerin auf kranke und verunglückte Vögel spezialisiert, doch bei derartigen Notfällen drückt sie auch schon mal ein Auge zu. „Es ist schon besonders, gleich drei Feldhasenbabys hier zu haben“, sagt die 54-Jährige.

Eines der kleinen Langohren wurde am Sportplatz in Schöneberg gefunden. „Sein Geschwisterchen lag daneben, am Kopf soll sogar noch die Nabelschnur zu sehen gewesen sein“, erklärt König. Das zweite Häschen lag auf einer Straße in Helmarshausen. Dieses hätte auch ein leicht deformiertes Auge und bewege sich auch auffällig.

Das dritte Langohr hatte den weitesten Weg hinter sich gebracht, wurde durch private Kontakte von Melsungen bis nach Hofgeismar vermittelt. „Dieses Kleine hatte schon eine Katze im Maul und in letzter Sekunde konnte es noch gerettet werden.“ Zwischen zwei und vier Wochen sind die Schützlinge von König alt - mehrmals täglich füttern mit der Flasche gehört da natürlich dazu.  

„Mir ist ganz wichtig, die Tiere so wenig wie möglich an Menschen zu gewöhnen, es sind Wildtiere und sie sollen auch schnellstmöglich wieder in die freie Natur.“ Auch wenn es schwer fällt, setzt die Tierfreundin das Hasentrio nach dem Füttern sofort wieder in den Käfig, Streicheleinheiten fallen konsequent aus. „Sobald die Hasen selbstständig fressen, möchte ich sie auswildern.“ Deshalb sucht König jemanden der naturnah lebt und über ein weitläufiges Gehege verfügt. „Vielleicht hat irgendwer mal ein Kitz oder ähnliches groß gezogen und sich dafür so etwas gebaut - das wäre optimal.“

In so einem Gehege würde man dann die Tür offen lassen, so dass die Hasen selbst entscheiden könnten, wann sie wieder in Freiheit leben wollten. Das Trio einfach so auszusetzen kommt für die Tierschützerin nicht in Frage: „Sie sind dann so orientierungslos und panisch, dass sie sich totlaufen würden.“

Besonders wichtig ist König noch, darauf hinzuweisen, dass Spaziergänger grundsätzlich einsame Feldhasenbabys in Ruhe lassen sollten.

„Die Mutter legt sie an einer geschützten Stelle ab und kommt nur ein- bis zweimal am Tag zum Säugen - Menschen machen da oft den Fehler und denken, dass das Tier Hilfe braucht.“ Außerdem weist sie darauf hin, dass es gerade jetzt wichtig sei, Hunde unter Kontrolle zu halten, damit auch sie keinen Schaden anrichten.

Von Tanja Temme 

Info:  Wer Roswitha König unterstützen möchte, kann sich bei ihr unter Tel. 05671/4893 melden.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.