Verzögerung wegen aufgeweichter Böden

Rübenbauern im Raum Hofgeismar freuen sich über sonnigen Oktober

+
Rübenernte: Nach der Rohdung der Felder werden die Zuckerrüben am Feldrand gelagert. Nach und nach werden sie, wie hier mit Hilfe der Rübenmaus, verladen und dann zur Zuckerfabrik gebracht. 

Hofgeismar. Wettertechnisch fiel dieses Jahr etwas aus der Rolle. Trockenheit im Frühjahr, zuviel Regen im Sommer und jetzt, Mitte Oktober, noch einmal einige schöne Tage.

Ist das normal und welche Auswirkungen hat es auf die Landwirtschaft?

Das Wetter

Der Oktober hat im langjährigen Vergleich viel zu bieten, weiß Melanie Knauf, die das Wetter seit Jahren, auch für unsere Zeitung, beobachtet. Schneefall wie vor zwei Jahren sind jedoch die Ausnahme. Nachtfrost gibt es da schon häufiger. Besonders im Gedächtnis ist das Jahr 2003, als es in zwölf Nächten Frost gab – mit bis zu minus 8,5 Grad. Dass die Temperatur auf über 20 Grad klettert, ist Anfang Oktober häufiger der Fall, ab Mitte Oktober ist es aber eher selten. 2006 und 2013 war es zuletzt der Fall.

Die Landwirtschaft

Die goldenen Oktobertage, die sich jetzt dem Ende zuneigen, nutzen die Landwirte, um Restarbeiten auf den Feldern zu erledigen. Sie sind froh, dass es noch einmal für einige Tage eine Schönwetterphase gab. Wegen der langen Regenphase zuvor waren viele Bauern einige Tage im Verzug, weiß Stefan Strube vom Kreisbauernverband Kurhessen.

So sind sie derzeit unterwegs, um die Aussaat für nächstes Jahr vorzunehmen oder Mais zu häckseln. „Manche sind auch dabei, den vierten Grünlandschnitt zu machen“, sagt Strube.

Zuckerrüben

Viele Felder sind schon abgerodet. Die Zuckerrüben an den Feldrändern warten darauf, abgeholt und zur Zuckerfabrik nach Warburg gefahren zu werden. Anfang des Monats gab es teils Probleme, dass die Erntemaschinen wegen der aufgeweichten Böden nicht auf die Felder konnten.

Weil die Zuckerrübenbauern einem Aufruf der Zuckerfabrik Warburg gefolgt sind und mehr Früchte angebaut haben als im Vorjahr, haben die mit der Ernte beschäftigten Betriebe derzeit viel zu tun. „Aber es läuft reibungslos“, sagt Helgo Schütz. Er hat mit der Zuckerrübenmaus der Firma ZLR Kerstin aus Immenhausen in den vergangenen Tagen bei Grebenstein Rüben vom Feldrand auf den Lastwagen verladen.

Ertrag

Pech hatten dieses Jahr die Getreidebauern. Erst war es zu trocken, dann zu nass und dann führte noch eine kurze Hitzeperiode dazu, dass das Getreide notreif wurde und seine Kornmasse nicht voll ausbildete, sagt Strube. Glück haben hingegen die Rübenbauern. Die Früchte gediehen angesichts der Witterung bestens. Das Plus an Masse wird die Verluste bei der Qualität ausgleichen. Wie hoch der Ertrag sein wird, kann man derzeit noch nicht genau beziffern, sagt Rüdiger Nagel, Geschäftsführer des Verbands der Zuckerrübenanbauer Kassel.

Die Landwirte erhalten auf jeden Fall von der Zuckerfabrik für ihre Lieferung einen Abschlag. Mit dem Betreiber Südzucker sei vereinbart, dass sich der endgültige Preis am Marktpreis orientiere, den Südzucker dann erzielt. Die Endabrechnung erhalten die Landwirte im Juni – ein Vierteljahr später als bisher. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.