Mehr Zimmer geplant

Abriss auf der Sababurg - Alter Hotelanbau muss weichen

Kaum wiederzuerkennen: Der Mittelteil mit Restaurant und Hotelzimmern des Hotels Sababurg (links) wird derzeit durch eine Abbruchfirma von allen Einbauten befreit. Danach soll er komplett abgerissen werden.

Die Abbrucharbeiten auf der Sababurg haben begonnen. Vom ehemaligen Hotel, das Ende April 2018 nach fast 60 Jahren schloss, ist kaum noch etwas zu sehen.

Die dringend sanierungsbedürftigen Hotel- und Restaurantanbauten aus den 1960er und 1970er Jahren werden komplett abgerissen und durch Neubauten ersetzt.

Derzeit ist eine Abbruchfirma dabei, sämtliche Einbauten wie Wand- und Deckenverkleidungen, Fußbodenbeläge, Strom- und Wasserleitungen, Heizkörper, Kücheneinbauten und sonstige Installationen herauszureißen. Von den 500 Kubikmetern Wirtschaftsgebäude und 3400 Kubikmetern Restaurant- und Hotelbereich wird am Ende nichts übrig bleiben, denn dem jetzigen Abriss der Einbauten wird dann der „konstruktive Gebäudeabriss“ folgen, erklären Ulrich Schulze von der Hochbauabteilung des Landesbetrieb Immobilien Hessen (LBIH) und Norbert Mohr vom LBIH-Gebäudemanagement bei einem Ortstermin.

Dachkuppel des Westturms wurde schon wiederhergestellt

Weil Ausstattung und Installationen nach rund 50 Jahren Nutzung stark sanierungsbedürftig waren, sollte eigentlich eine abschnittsweise Sanierung der Gebäude erfolgen. Weil die Winterferien des Hotels dafür aber nichts ausreichten und es mit den Pächtern keine Einigung über eine längere Betriebspause gab, hatte das Land letztlich den Pachtvertrag nicht verlängert und den Betrieb geschlossen.

Nun wird das weltweit bekannte Dornröschenschloss von Grund auf erneuert. Die Neugestaltung der Toiletten für die Außengastronomie im Hof wurde bereits im vergangenen Sommer abgeschlossen, ebenso wie Arbeiten an der Strom- und Wasserversorgung zur Vorbereitung der weiteren Baumaßnahmen und zur Sicherstellung des begleitenden Kultur- und Gastronomieprogramms. Auch die Dachkuppel des Westturmes wurde schon wiederhergestellt.

Bereits fertiggestellt: Die Besuchertoiletten im Hof der Sababurg haben ein modernes Design erhalten. Sie werden bereits während der Kulturveranstaltungen genutzt, die im April fortgesetzt werden.

Mehrere Büros wurden beauftragt, Planungen für die Neubauten und die Modernisierung des Altbaus vorzulegen. Die Zahl der Zimmer soll von 17 auf 44 erhöht werden, die Maße sollen weitgehend dem aktuellen Bestand entsprechen. Im Vordergrund stehen dabei Barrierefreiheit, Energieeffizienz, eine bessere Raumaufteilung und heutige Standards. Anfänglich war eine Fertigstellung für 2022 angestrebt, davon ist man offenbar abgerückt. Die Neuausschreibung des Pachtverhältnisses ist parallel zu den Sanierungsarbeiten geplant.

Mehrmals wieder aufgebaut

Die Sababurg wurde ab 1334 zum Schutz der Pilger in Gottsbüren erbaut. Ab 1490 entstand ein Jagdschloss. Der Palas war 1519 fertig, das heutige Kanzleigebäude wurde 1582 erbaut und war zeitweise Sitz des Amtes Gieselwerder. Im 30-jährigen Krieg wurde die Burg beschädigt, nochmals erweitert und verfiel ab 1763, war dann Forsthaus. Der West-, Ost- und Südflügel wurden 1824 bis 1826 abgerissen. Seit 1959 war sie Hotel, der Pachtvertrag endete im April 2018.

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