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Kritik am Land Hessen: Umbau von Tourismusmagnet ist überfällig – „Fünf Jahre andauernder Stillstand“

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Von: Daria Neu

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Abbrucharbeiten könnten im Frühjahr starten: Mit den erheblichen Verzögerungen beim geplanten Umbau der Sababurg sind viele Menschen im Kreis Kassel äußerst unzufrieden. Archivfoto: Thomas Thiele
Abbrucharbeiten könnten im Frühjahr starten: Mit den erheblichen Verzögerungen beim geplanten Umbau der Sababurg sind viele Menschen im Kreis Kassel äußerst unzufrieden. (Archivfoto: Thomas Thiele) © Thomas Thiele

Der Umbau der Sababurg in Hofgeismar soll laut Land Hessen im Frühjahr 2024 beginnen. Doch es herrscht Skepsis darüber, ob den Worten Taten folgen.

Hofgeismar – Eigentlich sollten die umfangreichen Bauarbeiten an der Sababurg in diesem Jahr abgeschlossen sein. Die Realität sieht allerdings ganz anders aus. Nach zahlreichen Verzögerungen hatte das Land Hessen schon vor einiger Zeit angekündigt, 2024 mit dem Bau von Hotel und Restaurant beginnen zu wollen. Mit dem Abschluss der Arbeiten sei 2026 zu rechnen.

Doch auch auf erneute Anfragen aus dem Kreis Kassel, wo die Sababurg in Hofgeismar als Tourismusmagnet gilt, gab es keine neuen Informationen. Dies löste vielerorts Enttäuschung und Ärger aus.

Sababurg Hofgeismar: Land Hessen hat fünf Jahre Stillstand zu beklagen

Einen genauen Zeitplan nannte das Finanzministerium in seinem Antwortschreiben an Hofgeismars Bürgermeister Torben Busse also wieder nicht. Vielmehr könne man nur voraussichtliche Pläne skizzieren. Der SPD-Landtagsabgeordnete Oliver Ulloth äußert sich kritisch zu den Aussagen des Landes: „In ganz Nordhessen empfinden wir den inzwischen seit etwa fünf Jahren andauernden Stillstand an der Sababurg als große Belastung.“

Schon Ende 2017 habe man mit großer Sorge auf Planungen geblickt. „Es steht zu befürchten, dass ein wichtiger Bestandteil des touristisch bedeutsamen Ensembles aus Schloss und Tierpark noch weitere fünf Jahre brachliegen wird“, betont Ulloth. Für ihn sei die entscheidende Frage, ob die Marke „Dornröschenschloss Sababurg“ diese Zeit überstehen werde. „Beschädigt ist sie schon jetzt.“

Hofgeismar Hessen: Bürgermeister will in Sababurg-Pläne eingebunden werden

Dass die Verzögerungen ärgerlich seien, bestätigt auch Bürgermeister Busse. Dennoch müsse man hervorheben, dass die Kernursache mittlerweile behoben sei. Dass sich die Bauarbeiten an der Sababurg verzögerten, lag schließlich an der verlorenen Zeit zu Beginn des Projekts, als ein Architekturbüro Widerspruch gegen die Vergabe der Planung eingelegt hatte.

„Aktuell stehen wir mit den Ministerien in Verbindung“, sagt Busse – das sei ein wichtiges Signal. „Wir können die Vergangenheit nicht zurückdrehen.“ Jetzt sei es entscheidend, nach vorne zu schauen und in die Pläne eingebunden zu werden, „um die Marke Dornröschen wachzuhalten.“

Sababurg Hofgeismar: Hessen plant Abbrucharbeiten im Frühjahr

Auch Landrat Andreas Siebert betont auf Anfrage die Bedeutsamkeit der Sababurg für die Region: „Ich wünsche mir, dass der Umbau zügig umgesetzt wird, weil die an der Deutschen Märchenstraße liegende Burg eine enorme Strahlkraft hat und den Tourismus stärkt.“ Negative Auswirkungen der erheblichen Verzögerungen auf den kreisbetriebenen Tierpark befürchte er nicht.

Der Landesbetrieb Immobilien Hessen (LBIH) kümmert sich um die Arbeiten an der Sababurg. Das Hessische Finanzministerium versprach in seinem jüngsten Schreiben, dass sich der Neubau von Restaurant und Hotel in das Umfeld einfüge, die Zimmerkapazität erhöht werde und über eine Außenstelle des Hofgeismarer Standesamtes nachgedacht werden könne. Grob rechne man mit Abbrucharbeiten im Frühjahr, mit einem Bauantrag im Sommer und mit Baubeginn 2024. (Daria Neu)

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