RP: 200 Flüchtlinge kommen

Schon ab Samstag werden Flüchtlinge in Beberbeck erwartet

Hier sollen am Wochenende Flüchtlinge einziehen: Das alte Beamtengebäude gehört zur Domäne Beberbeck. Hier liefen schon Vorbereitungen für die Ankunft der Asylsuchenden. Archivfoto: Thiele

Beberbeck. Die Flüchtlingsunterkunft in Beberbeck war offiziell noch nicht bestätigt, da wurde auf der Domäne schon alles für die Asylbewerber hergerichtet.

In Beberbeck ist es am Donnerstagvormittag ruhig. Niemand ist zu sehen. Nur ein Wagen einer Heiz- und Sanitärfirma steht vor dem alten Beamtengebäude.

Die Tür steht weit offen. Ein Blick hinein zeigt: Zahlreichen Kisten stehen in den Räumen der ersten Etage. In anderen Zimmern stapeln sich Stühle, Tische und Küchenzubehör. Die Räume der oberen Etage sind weitgehend leer. Doch auch hier wurde offenbar gearbeitet, denn die Zimmer sehen aus, als seien sie vor kurzem saubergemacht worden. Einige Böden sind noch feucht. In den Sanitärräumen hört man Handwerker arbeiten. Überall stehen Fenster und Türen auf, wahrscheinlich zum Lüften.

Dann fahren mehrere Autos an und halten vor dem Gebäude. Vertreter des Regierungspräsidiums (RP), der Hessischen Landgesellschaft und vom Arbeiter-Samariter-Bund steigen aus. „Wir wollen uns das Gebäude heute anschauen und es prüfen“, sagt Brigitte Scheffel vom RP. Mehr ist vor Ort von offizieller Seite nicht zu erfahren.

Am Nachmittag gibt es dann auch die offizielle Bestätigung des Regierungspräsidiums. „Am Wochenende werden die ersten Flüchtlinge in Beberbeck erwartet", sagt Sprecher Harald Merz.“ Die Gerüchte, das bis zu 700 Asylsuchende in das Gebäude ziehen sollen, dementiert er.

Markus Mannsbarth

Hofgeismars Bürgermeister Markus Mannsbarth setzt nun auf Zusammenarbeit und Offenheit gegenüber den Einwohnern Hofgeismars: „Das RP, die Domänenverwaltung und die Stadt wollen zusammenarbeiten und sich gegenseitig unterstützen“, sagt der Bürgermeister. „Außerdem sind wir uns einig, dass es eine Informationsveranstaltung zum Thema geben wird.“ Wann die sein wird, könne er noch nicht sagen.

Die Einwohner des Ortsteils Beberbeck sehen die Unterbringung der Vielzahl von Flüchtlingen kritisch. In einem offenen Brief an Ex-Landrat Udo Schlitzberger schreibt Einwohner Ingolf Reuß: „Wir im Kernort haben rund 20 Einwohner. Nach Ihrer Rechnung müssten wir mit fünf Flüchtlingen schon überfordert sein.“ Reuß bezieht sich auf eine Aussage Schlitzbergers, in der er sagte: „Calden ist bei 3000 Einwohnern in der Kernstadt mit 1000 Flüchtlingen überfordert.“

Außerdem kritisieren die Beberbecker, dass sie beim Thema Abriss ihrer Wohnhäuser „von Seiten der Politik einen Tritt nach dem anderen bekommen“. Reuß: „Wir kämpfen trotzdem bis zum Schluss für unser Dorf!“

Die Wohnhäuser in der Hombresser Straße in Beberbeck sollen abgerissen werden, weil sie altersbedingt in einem Zustand seien, in dem eine Sanierung zu aufwändig sei. Die läßt sich laut Domanenverwalter Bernd Köhling wirtschaftlich nicht vertreten.

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