Kostensteigerung um rund 50 Prozent

Hofgeismar: Sanierung am Markt wird deutlich teurer

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Die Sanierung des Fachwerkhauses Markt 5 soll beginnen, sobald der Stadt die Baugenehmigung vorliegt. Das haben die Hofgeismarer Stadtverordneten beschlossen. Allerdings wird das Projekt fast 50 Prozent teurer als bisher geplant: Die Baukosten steigen auf knapp drei Millionen Euro.

Das sagte Bürgermeister Markus Mannsbarth in der Parlamentssitzung. Bisher hatte die Stadt mit Kosten von 2,1 Mio. Euro kalkuliert. 2,2 Mio. sind dafür bereits im Haushalt veranschlagt. Mit 1,35 Mio. Euro soll das Projekt gefördert werden. Bei höheren Kosten steige auch die Förderung, erklärte Mannsbarth. Der städtische Anteil bleibe bei etwa 700 000 Euro.

Untersuchung soll weitere Überraschungen verhindern

Die Stadt hat das Haus intensiv untersuchen lassen, um weitere Überraschungen möglichst zu vermeiden. Das Ergebnis fasste Mannsbarth knapp zusammen: „Je tiefer man gebohrt hat, desto größer wurden die Schäden.“ Diese Sanierung ist ein zentrales Projekt der Stadtentwicklung. Wenn die Arbeiten abgeschlossen sind, zieht dort wieder die Tourist-Information ein. Auch der Naturpark Reinhardswald, die Touristische Arbeitsgemeinschaft und die Deutsche Märchenstraße eröffnen dort Geschäftsstellen.

Lerestand ist ein Problem

Der Marktplatz hat mit Leerstand zu kämpfen. Mit dem Weggang der Apotheke ging ein wichtiger Anlaufpunkt verloren. Aus Sicht der Stadt muss der Marktplatz ausgebaut werden, auch als Endpunkt der Fußgängerzone. Er sei wichtig für die Stabilität der gesamten Altstadt.

Das sah auch die Mehrheit der Hofgeismarer Stadtverordneten so. SPD, CDU und Linke stimmten für die Sanierung des Hauses. WSD und FDP sowie ein CDU-Stadtverordneter lehnten ab.

Für Stefan Dworak (WSD) steht das Projekt „beispielhaft für die Finanzmisere“, die der Stadt „selbstverschuldet“ erheblich weh tun werde. Deshalb lehne seine Fraktion ab. Ingo von Germeten-Neutze sprach von der „Hofgeismarer Gorch Fock“. Thomas Stiehl (CDU) und Peter Nissen (SPD) wiesen auf die Bedeutung des Hauses hin.

Baugenehmigung soll bis Herbst vorliegen

Bauamtsleiter Dirk Lindemann rechnet damit, dass die Baugenehmigung bis Spätherbst vorliegt. Dann werde das Haus unter einer Plane eingepackt, damit über Wínter gearbeitet werden könne. Unter anderem müssen etliche gebrochene tragende Balken ausgetauscht werden. Wo nötig, werden Gefache erneuert. Außerdem wird das Haus neu eingedeckt. Überraschungen erwartet die Verwaltung nicht mehr. Sie könnten aber nicht ausgeschlossen werden, sagte Lindemann. Die Arbeiten werden intensiv mit der Denkmalpflege des Landes abgestimmt.

Viel blieb erhalten

Das Haus Markt 5 ist eins der ältesten Häuser in Hofgeismar. Es stammt aus dem Jahr 1560. Das Landesamt für Denkmalpflege stuft das Haus als äußerst wertvoll und erhaltenswert ein. Die Stadt hat das Gebäude vor einigen Jahren gekauft. Die Sanierung wurde in Abstimmung mit dem Land geplant. Sie ist eins der zentralen Vorhaben der Altstadtsanierung in Hofgeismar. Das repräsentative Bürgerhaus aus der Renaissance beeindruckt durch seinen teilweise noch unveränderten baulichen Zustand, beispielsweise im original erhaltenen Dachgeschoss. Allerdings stellt die Sanierung auch große Anforderungen an alle Beteiligten. An der Rückseite zum Kirchplatz wird für den Brandschutz ein zweites, äußeres Treppenhaus errichtet – einer der Gründe für die Kostensteigerung

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