HNA-Serie: Was machen die Ex-Bürgermeister heute?

Heinrich Sattler: "Wäre nicht mehr als Bürgermeister angetreten"

Sportlich aktiv: Heinrich „Henner“ Sattler ist dankbar, dass er noch fit und gesund ist. So ist er auch häufig mit dem Fahrrad unterwegs. Foto: Stehr

Hofgeismar. In vielen Kommunen wechselten in den vergangenen Jahren die Bürgermeister. Wir haben nachgefragt, was sie jetzt machen. Heute: Heinrich Sattler aus Hofgeismar.

Früher war sein Terminplan voll. Die Tage von Heinrich „Henner“ Sattler waren durchgeplant. Freizeit war bei dem Mann, der 18 Jahre Bürgermeister von Hofgeismar war, ein rares Gut. Nun ist das anders. Seit 1. Januar 2015 genießt Sattler seinen Ruhestand.

„Früher habe ich nach der Uhr gelebt. Da ist auch vieles liegengeblieben“, sagt der 69-Jährige. Jetzt liest er viel. Aber an erster Stelle kommen seine Enkel. Finn und Jan freuen sich, dass ihr Opa nun Zeit mit ihnen verbringt. „Neulich hat morgens um halb acht das Telefon geklingelt - Opi, wann kommst du? Wir wollen Kirschen pflücken“, erzählt Sattler und strahlt dabei mit der Sonne um die Wette.

Er ist dankbar, dass er noch gesund und fit ist. „Nun jogge ich wieder und fahre mit dem Rad“, sagt er. Seine ehemaligen Handball-Kameraden haben ihn wieder in ihren Kreis aufgenommen. „Bei Sportler ist das, als hätten wir uns gestern zum letzten Mal gesehen. Wir verstehen uns prima.“

Mit den Altherren-Handballern hat er schon die ein oder andere Radtour gemacht. Fünf Tage sind sie beispielsweise durch Thüringen gefahren. Gut gebräunt von den Radtouren und einem Urlaub auf Fuerteventura, fühlt er sich nicht nur fit, sondern sieht auch so aus.

Seinen Ruhestand konnte er jedoch nicht vom ersten Tag an genießen. „Die ersten Wochen waren nicht leicht. Es fiel mir schwer loszulassen“, sagt Sattler. Dass nun die Altersregelung gekippt wurde und er nach der neuen Regelung noch die Möglichkeit gehabt hätte (so er gewählt worden wäre) weiter Bürgermeister zu sein, ließ ihn nachdenken. „Aber mit einem halben Jahr Abstand würde ich sagen, ich wäre der Versuchung wohl nicht erlegen.“

Den Hessentag hätte er allerdings doch noch gern als Bürgermeister erlebt. Schließlich war er maßgeblich daran beteiligt, dass das Landesfest nach Hofgeismar kam. Nun erlebte die Tage nicht mehr in offizieller Funktion. „Der Hessentag war der Höhepunkt für die Stadt der vergangenen Jahrzehnte. Es ist alles so gekommen, wie wir es uns erhofft haben“, erzählt Sattler voller Freude. „Die Stadtgemeinschaft hat sich während des Hessentags neu gefunden.“ Der Hessentag sei nicht nur eine Feier gewesen, die Nachhaltigkeit sei wichtig. Während er das sagt, ist ihm anzumerken, dass er noch immer politisch engagiert ist. So informiert er sich über Themen wie die Energiewende oder auch den Einfluss von google und dem Internet auf die Menschheit.

Außerdem hat er noch einige Ämter inne. Unter anderem ist er noch im Landesvorstand der Kommunalpolitischen Vereinigung der CDU in Hessen, war Gast beim Landesfest in Berlin. „Aber alle Termine die ich jetzt noch wahrnehme, sind keine Pflichttermine mehr.“

Blick er zurück, sagt Sattler: „Ich bin glücklich, dass ich 18 Jahre Bürgermeister in meiner Heimatstadt war - und ich bin ein kleines Bisschen stolz.“

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