Schild statt Sanierung: Hümmer sind empört

Fordern Sanierung statt Schilder: Der Ortsbeirat Hümme (v.l.) mit Torben Busse, Christoph Iba, Peter Nissen, Beate Carl, Hannah Lange, Michael König, Miriam Klee, Gerd Henze und Ingo Pies. Foto:  nh

Hümme. Die Landesstraße 3210 in Hümme zwischen Essebrücke und Bahnübergang ist seit Jahrzehnten in einem schlechten Zustand.

Statt Sanierung gab es vom Land Hessen nun aber erst einmal neue Schilder, die auf Straßenschäden hinweisen. Der Ortsbeirat Hümme ist empört.

Seit Jahren setze man sich für eine Reparatur der kaputten Straße ein, auch die Stadt Hofgeismar sei wiederholt an das Land Hessen herangetreten, um ein Bauprojekt anzustoßen. „Anstatt das Projekt nun endlich durchzuführen, stellt das Land Schilder auf“, beschwert sich Ortsvorsteher Ingo Pies. „Als nächstes kommt das Hinweisschild: Achtung, Straße dreckig, damit man nicht kehren muss.“ Zudem sei die Aktion ohne Beteiligung des Ortsbeirates erfolgt.

Keine Priorität

In der Prioritätenliste liege das Projekt sowieso auf den hinteren Plätzen. Das Landesstraßennetz sei teilweise in einem sehr schlechten Zustand, der Sanierungsstau habe sich über Jahrzehnte aufgebaut, heißt es nach HNA-Anfrage in einer Stellungnahme von Hessen Mobil. Saniert werde daher nur, wenn eine entsprechende Dringlichkeit vorliege. Das sei bei der Landesstraße in Hümme aber nicht der Fall. Zu den Kriterien zählen die Verkehrssicherheit, die Bedeutung der Strecke für den Verkehr sowie die Verkehrsqualität und Umfeldsituation. „Allein ein schlechter Straßenzustand führt nicht automatisch zu einer hohen Dringlichkeit“, erklärt Horst Sinemus von Hessen Mobil.

Ortsbeirat übergangen 

Die neuen Schilder wurden auf Anordnung von Hofgeismars Bürgermeister Markus Mannsbarth aufgestellt, der damit einer Bitte des Landes nachgekommen sei. Sollte sich die Fahrbahn nicht schlechter entwickeln als angenommen, sei eine Sanierung erst nach dem Jahr 2022 vorgesehen, heißt es von Hessen Mobil.

Der Ortsbeirat Hümme kommt zu einem anderen Urteil: Die Straße sei jetzt bereits in einem desolaten Zustand, das Land Hessen müsse die Landstraße kurzfristig sanieren und die Straßenschäden beseitigen.

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