Regierungspräsidium ist für die Überwachung zuständig

Schlangen, Schildkröten und Echsen: 3918 exotische Tiere leben im Landkreis Kassel

Kreis Kassel. Im Landkreis Kassel werden derzeit 3918 geschützte, meldepflichtige Tiere gehalten. Zu den ausgefallenen Arten zählen Krokodilschwanzhöckerechsen und Dosenschildkröten.

Das Regierungspräsidium in Kassel ist für die Überwachung zuständig. Dort müssen die Käufer Tiere anmelden, die nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen als geschützt eingeordnet werden. Die Mitarbeiter gehen davon aus, dass etwa ein Drittel der meldepflichtigen Tiere im Altkreis Hofgeismar gehalten werden.

In der Behörde beobachtet man, dass der Trend zu außergewöhnlichen Tierarten anhält. Diese Tiere werden eher im Internet gekauft und verkauft. „Dort scheint fast alles käuflich zu sein“, sagte Harald Merz vom Regierungspräsidium (RP) in Kassel. Angaben über beliebte exotische Arten – beispielsweise Bartagamen – gibt es nicht, weil diese Art nicht geschützt ist. Enthalten sind in den Zahlen aber heimische geschützte Arten. Dazu zählt die Schlingnatter.

„Der kurzfristige Kitzel an außergewöhnlichen Tieren ist oftmals leider höher als das dauerhafte Hobby“, sagte Andrea Caßelmann, die beim Regierungspräsidium für private Halter und Züchter zuständig ist. Sie rät dazu, eine Haltung von geschützten Tieren nicht zu unterschätzen und sich bei seriösen Züchtern über Aufwand und Ansprüche zu informieren. „Am besten ist immer noch der Kauf von Angesicht zu Angesicht“, so Caßelmann.

„Anlassbezogen“ kontrolliert das Regierungspräsidium den Handel geschützter Pflanzen. Ein Schwerpunkt im Raum Hofgeismar sei dabei nicht zu erkennen.

Ein bundesweites Haltungsverbot für private Halter gilt bei „gefährlichen Tierarten“. Seit Oktober 2007 dürfen Privatpersonen diese Tiere nicht mehr kaufen. Dazu zählen Giftschlangen und Frösche, die Gift absondern, sowie Schnappschildkröten. Bei den Säugetieren fallen Löwe und Tiger darunter. Aber auch Wölfe. Luchse und Ozelots dürfen Privatleute nicht halten.

Artenschutz oder nicht?

Je nach Schutzstatus der Art ergibt sich eine Pflicht zum Nachweis der legalen Herkunft der gehaltenen Tiere, zur Kennzeichnung und Meldung bei der zuständigen Artenschutzbehörde im Regierungspräsidium. Unter www.wisia.de können Halter überprüfen, ob ihr Tier unter den Artenschutz fällt und den Behörden gemeldet werden muss. Diese Artenschutzdatenbank des Bundesamtes für Naturschutz informiert ausführlich . Dort kann man auch Angaben zum Schutzstatus der jeweiligen Tierart bekommen: vom Insekt bis zum Säugetier. Auf der Seite gibt es auch Informationen zu Pflanzenarten, die geschützt sind.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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