Informationsveranstaltung in allen drei Orten

Schnelles Internet: Glasfaser in Wesertal rückt näher

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Extremes Tempo: Durch den feinen Lichtleiter (ganz links) des Glasfaserkabels (Lichtrwellenleiter) werden Daten mit Lichtgeschwindigkeit übertragen. Eine Vielzahl dieser Fasern wird in einem Kabel gebündelt.

In drei Orten am linken Weserufer finden in der nächsten Woche INformationsveranstaltungen zum möglichen Breitbandausbau in der Gemeinde Wesertal statt.

Bei den Veranstaltungen will die Firma Goetel aus Göttingen über das Vorhaben berichten, in den drei Ortsteilen Gewissenruh, Gieselwerder und Gottstreu Glasfaseranschlüsse bis in die Häuser hinein zu verlegen und damit für die technisch fortschrittlichste Ausbauvariante zu sorgen, die Bandbreiten bis zu 1 Gigabit pro Sekunde ermöglichen soll.

Die Infoveranstaltungen zum FFTH-Ausbau (Fiber to the home, Glasfaser bis ins Haus) wurden nach Mitteilung der Gemeinde Wesertal wie folgt festgesetzt: Sie finden jeweils ab 19 Uhr statt in Gewissenruh am Montag, 9. März im Gemeinschaftshaus, am Dienstag, 10. März, in Gottstreu im Dorfgemeinschaftshaus und am Mittwoch, 11. März, im Haus des Gastes in Gieselwerder.

60 Prozent der Hausbesitzer müssen sich für Glasfaser entscheiden

Wenn sich bei diesen Veranstaltungen und in den folgenden Tagen 60 Prozent der Hausbesitzer für FTTH entscheiden, dann werde ab dem Sommer innerhalb von 18 Monaten jedes Haus mit Glasfaser versorgt, sagte dazu der Staatsbeauftragte für das Bürgermeisteramt, Cornelius Turrey. Einzig der lückenlose Glasfaserausbau bis hinein in die Häuser (statt mit dem letzten Stück doch per normalem Kupferkabel) sei zukunftssicher. Nur in den lichtleitenden Fasern aus Quarzglas oder Kunststoff seien Bandbereiten von 1000 Mbit/s und einem Vielfachen möglich, und das symmetrisch in beide Richtungen (Up- und Download). Turrey sieht dies als einmalige Chance: „Wer jetzt nicht mitmacht, der wird künftig Probleme haben, ein Haus zu verkaufen oder eine Wohnung zu vermieten“.

Das konventionelle Netz der Telekom sei mit den Orten gewachsen und immer wieder erweitert worden. Der komplette Neuausbau eines Glasfasernetzes erfolge unabhängig vom bisherigen Netz und könne nach den aktuellen Erfordernissen geplant und umgesetzt werden.

Gieselwerder und Gottstreu sollen zuerst profitieren

Parallel zu den Infoveranstaltungen in drei Ortsteilen werden die 2011/2012 errichteten Funkverbindungen des Betreibers ACO nach der Übernahme durch Goetel zwischen den Orten durch Glasfaserkabel ersetzt. Zwischen Weißehütte und Gieselwerder wurden schon im Herbst Leerrohre verlegt. Turrey: „Durch den Anschluss wird sich die Versorgungssituation der ACO-Kunden hoffentlich deutlich verbessern.“ Zuerst sollen Gieselwerder und Gottstreu profitieren, der Ausbau soll bis Juli abgeschlossen sein.

Der Breitbandausbau verlaufe in Deutschland in weiten Teilen „ohne Sinn und Verstand“, sagte Turrey weiter. Alles andere als ein Glasfaseranschluss bis ins Haus trage nur kurzfristig und könne nur eine Überbrückung sein bis zum durchgehenden Glasfaseranschluss. Bisher werden alle acht Ortsteile von Wesertal durch das konventionelle Telefonkabelnetz der Telekom versorgt. Je nach Lage liegen die Bandbreiten zwischen 0,3 Mbit/s (Teile Gieselwerders) bis 100 Mbit/s und mehr (Mitte Oedelsheim). Da die Telekom ihrem Breitbandversorgungfsversprechen nicht nachkam, wurden vor neun Jahren viele Orte in einem Projekt des Landkreises Kassel an das Funknetz von ACO angeschlossen. 

Nur Lippoldsberg und Oedelsheim blieben außen vor, weil ihr Netz nach den damaligen Zuschusskriterien zu schnell war. 2019 wurden sie durch die Breitband Nordhessen mit FTTC (Glasfaser bis zum Straßenrand) mit bis zu 100 Mbit/s versorgt. Ziel der Gemeinde Wesertal ist es, alle acht Ortsteile mit FTTH zu versorgen.

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