Auch Infos über Corona kommen mit ins Denkmal

Schriftstücke von 1902 und 2020 werden in Hofgeismar wieder eingemauert

+
Mit Dokumentenbox am Fuß des Denkmals: Bürgermeister Markus Mannsbarth, Stadtverordnetenvorsteherin Monika Grebing und Museumsleiter Helmuth Burmeister mit Corona-Masken auf der Marktplatz-Baustelle.

Die beim Abbau des Denkmals auf dem Hofgeismarer Marktplatz entdeckte „Zeitkapsel“ wandert, ergänzt um neue Zeitdokumente, zurück in den Obelisken, der jetzt wieder aufgebaut wird.

„Falls das Denkmal in 100 Jahren mal wieder aufgemacht wird, sollen die Menschen erfahren, in welcher Situation wir heute gelebt haben“, sagte Bürgermeister Markus Mannsbarth bei der Vorstellung der Edelstahlkiste, die eingemauert wird.

Anders als die Glasflasche von 1902, die zufällig beim Zerlegen des Denkmals in einer Vertiefung gefunden wurde, soll die aktuelle Dokumentenkiste so platziert werden, dass sie auf jeden Fall gefunden wird. Wie berichtet, enthielt die Glasflasche eine Visitenkarte des Schriftführers des Kriegervereins Hofgeismar und eine sehr lange Urkunde mit vielen Namen wichtiger Personen, die vor 118 Jahren in Hofgeismar lebten. In der reich verzierten Urkunde wird geschildert, dass ein Ausschuss zur Errichtung eines Kriegerdenkmals in der Stadt Hofgeismar an der Initiative beteiligt war. Das Denkmal zur Erinnerung an die Opfer des Deutsch-Französischen Kriegs von 1870/71 sowie „die Einigung Deutschlands und die Wiederherstellung der Kaiserherrlichkeit“ sowie „den späteren Geschlechtern zur Mahnung“ wurde vom Kriegerverein Hofgeismar mit „treuen Freunden aus Kaserne und Bürgerschaft“ im Oktober 1902 errichtet.

Ende Juli soll Anlage fertig sein

Nicht nur die alte Urkunde und ihr Glasbehälter werden jetzt wieder eingemauert, sondern auch aktuelle Zeitungen, Fotos und Dokumente vom Ab- und Wiederaufbau des Denkmals sowie der Umgestaltung des Marktplatzes und auch der Ausnahmezustand durch die Corona-Pandemie wird beschrieben.

Um auch die Ereignisse der vergangenen Jahrzehnte darzustellen, hat Helmuth Burmeister als Leiter des größten ehrenamtlich geführten Museums in Hessen, des Stadtmuseums Hofgeismar, eine Beschreibung der Museumsabteilungen beigefügt, in denen sich die Geschichte der Stadt und Welt widerspiegelt. Demnächst werden die Wasserleitungen im umkonzipierten Denkmal verlegt, Ende Juli soll die Anlage fertig sein, dann folgt der übrige Platz. Obwohl eine auf 1902 datierte Ansichtskarte schon ein Wasserbecken zeigt, hat die Denkmalpflege nicht darauf bestanden, dass es erhalten bleibt. Künftig werden Fontänen aus dem Boden sprudeln.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.