Schulen bereiten Schließungen vor

Schüler der ASS in Hofgeismar ziehen fürs Abitur um

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Auszeit: Etliche Lehrer, aber nur wenige Schüler kamen gestern noch mal zur ASS in Hofgeismar, um Termine abzusprechen und sich aufs Abitur vorzubereiten.

Auch für die Schulen herrschen besondere Bedingungen – seit Montag sollen Schüler zuhause bleiben und dort lernen. Nur die Abiturienten müssen zu den Prüfungen noch in die Schule.

Hinter den Kulissen schwitzt es und macht die sprichwörtlichen Kopfschmerzen: Die Schulen im Kreisteil Hofgeismar haben ihre Schüler wegen der Ansteckungsgefahren mit dem Coronavirus in verlängerte Osterferien geschickt, was allerdings nur den Schulweg betrifft. Auch zuhause muss gelernt werden. Und am Albert-Schweitzer-Gymnasium (ASS) in Hofgeismar sind die Lehrer in Dauerspannung, denn es gilt die am Donnerstag beginnenden schriftlichen Abiturprüfungen unter besonderen Bedingungen abzuarbeiten.

An der Hofgeismarer Gustav-Heinemann-Gesamtschule herrschte vormittags ungewöhnliche Ruhe. Vereinzelte Lehrer waren da und einige Schüler, die noch Bücher abholten, was sie am Freitag nicht geschafft hatten. Die Schule hat kurzfristig im Internet eine Online-Plattform eingerichtet, wo jede Klasse in einem eigenen Bereich aktuelles Unterrichtsmaterial hochgeladen bekommt und dann von zuhause darauf zugreifen kann. Die Lehrer haben ihren Unterricht entsprechend darauf vorbereitet.

Herausforderungen in Hinblick auf das Abitur

An der Albert-Schweitzer Schule läuft es ähnlich, wenn auch unter verschärften Bedingungen, weil hier gleichzeitig noch die Abiturprüfungen stattfinden sollen. „Die derzeitige Situation im Umgang mit dem neuartigen Virus stellt die Schule vor große Herausforderungen, insbesondere im Hinblick auf das anstehende Abitur“, formuliert Schulleiter Hagen Riedemann.

Trotz der vorübergehenden Schulschließungen soll das Landesabitur wie geplant stattfinden. Die Abiturienten waren bereits gestern vom Unterricht befreit worden. Mit dieser Maßnahme sollen vor allem mögliche Ansteckungssituationen vermieden werden. Landesregierung und Schulverwaltung wollen aber all jenen, die mit den bevorstehenden Prüfungen ihre Hochschulreife erlangen möchten, diese Möglichkeit auch weiterhin offenhalten. Das Landesabitur soll am Donnerstag, 19. März, beginnen, und die schriftlichen Prüfungen sollen bis zum vorgesehenen Ende am 2. April erfolgen.

Umplanungen sind nötig

Die geforderten größeren Abstände zwischen den Arbeitsplätzen der Schüler machten mehrere Umplanungen nötig. Denn während es in einigen Fächern nur wenige Prüflinge gibt (in Physik beispielsweise nur 13), so werden bei den großen Prüfungen etwa in Deutsch, Englisch oder Mathematik bis zu 120 Schüler gleichzeitig die Klausuren schreiben. Denn dieses Jahr macht ein Doppeljahrgang mit insgesamt 183 Schülern das Abitur an der ASS, erklärt Schulleiter Riedemann.

Was in den vergangenen Jahren problemlos in der großen Schulaula stattfinden konnte, muss nun auf mehrere Klassenräume aufgeteilt werden, wie Dirk Köder erläutert, der als Stufenleiter für den naturwissenschaftlichen Bereich zur Schulleitung gehört. Denn zwischen den Stühlen der Prüflinge wird ein Abstand von 1,5 bis zwei Meter vorgeschrieben.

Zusätzliche Aufsichtskräfte während der Prüfungen

Zunächst war daran gedacht worden, die Schüler auf vier bis fünf Räume aufzuteilen. Als diese Planung fertig war, gab es neue Vorgaben und die Schüler sollen nun bei den Prüfungen auf bis zu zehn verschiedene Räume aufgeteilt werden. Das erforderte auch deutlichen Mehraufwand bei der Personalplanung, denn die Beaufsichtigung der Prüfungen muss auch bei mehr Räumen gesichert sein und so wurden zusätzliche Kräfte nötig.

An der ASS ist man optimistisch, dass alles glattgeht. Es sei aber nicht auszuschließen, dass kurzfristig noch neue Regelungen kommen. Gestern Mittag trafen sich etliche ASS-Schüler mit ihren Lehrern, um Unterrichtsmaterial zu holen und alternative Kommunikationswege zu besprechen.

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