Wie bei einer echten Wahl 

Schüler aus dem Kreisteil Hofgeismar wählen bei Juniorwahl ihren Landtag

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Sie hat ihre Kreuzchen gemacht: Die 16-jährige Franziska Fuchs hat bei der Juniorwahl zur Hessenwahl an der Albert-Schweitzer-Schule ihre Stimmen abgegeben. Am Sonntag darf die Schülerin noch nicht wählen.

Hofgeismar. Am 28. Oktober findet in Hessen die Landtagswahl statt. An zwei Schulen in Hofgeismar und Grebenstein haben Schüler bei einer Juniorwahl ihren Landtag dann schon gewählt. 

Noch darf die 16 Jahre alte Franziska Fuchs nicht wählen, wenn am Sonntag in Hessen die Wahllokale öffnen. Ihre Stimme hat die Schülerin der Albert-Schweitzer-Schule (ASS) aber trotzdem schon abgegeben. Denn das Gymnasium in Hofgeismar nimmt wie auch die Heinrich-Grupe-Schule in Grebenstein an der Juniorwahl zur Hessenwahl teil. „Die Schüler sollen Demokratie lernen und sich eine politische Meinung bilden. Und wie kann man so etwas besser üben, als wenn man selbst eine Wahl vorbereitet und durchführt“, sagt Stefanie Schrader, die Politik und Wirtschaft an der ASS unterrichtet.

Dort setzen von Dienstag bis Freitag rund 350 Schüler im Alter von 16 bis 19 Jahren ihre Kreuze – sowohl auf dem Stimmzettel zur Landtagswahl als auch auf dem Stimmzettel über die möglichen Verfassungsänderungen. Schließlich soll alles wie bei einer echten Wahl ablaufen. Deswegen wurde in einem Raum in der Schule das Wahllokal mit zwei Wahlkabinen eingerichtet. Auf die Schüler warten dort Wahlhelfer, die sich um die klassischen Aufgaben kümmern: Die Personalausweise der Schüler werden kontrolliert, ihre Namen im erstellten Wählerverzeichnis abhakt und die vorab verteilten Wahlbenachrichtigungen eingesammelt. Über das Projekt der Juniorwahl werden den insgesamt 260 teilnehmenden Schulen die Materialien wie originale Wahlzettel kostenlos zur Verfügung gestellt.

Und auch bei den Schülern kommt die Juniorwahl gut an. „Es ist interessant zu sehen, wie junge Menschen wählen würden, wenn sie es denn dürften. Das ist ein schöner Kontrast zur allgemein eher älteren Wählerschaft“, sagt etwa der 18 Jahre alte Stefan Krug. An der ASS ist er unter anderem als Wahlhelfer im Einsatz, am Sonntag darf er dann auch erstmals offiziell seine Kreuzchen setzen.

Schüler werden im Unterricht vorbereitet

Sowohl an der Heinrich-Grupe-Schule (HGS) als auch der Albert-Schweitzer-Schule wird die Juniorwahl nicht zum ersten Mal durchgeführt. Diese findet nicht nur zu Landtagswahlen, sondern auch zu Europa- und Bundestagswahlen statt. Im Unterricht werden die Schüler vorab auf die Wahl vorbereitet, in dem etwa über das Wahlsystem gesprochen und die Inhalte der Parteien miteinander verglichen werden.

An der HGS habe man unter anderem Entscheidungshilfen wie den Wahl-O-Mat oder den Wahl-Swiper zusätzlich in den Unterricht eingebaut, berichtet der stellvertretende Schulleiter und Politiklehrer Henrik Neumann. An der Gesamtschule nehmen an der Juniorwahl, die noch bis heute andauert, Schüler der Klassen sieben bis zehn teil – von der Hauptschule bis zum Gymnasium. „Wir werten die Ergebnisse nach der Wahl aus und schauen, ob junge Menschen andere Einstellungen haben und woran das liegen könnte“, erklärt Neumann.

Veröffentlichen dürfen die Schulen die Ergebnisse jedoch erst, wenn die offiziellen Zahlen zur Hessenwahl vorliegen. Zumindest an der ASS war bei den letzten Wahlen aber immer eine Tendenz erkennbar: Bisher hätten immer die Grünen gewonnen, sagt Schrader.

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