Schultechnik für Distanzunterricht – Geld von Land und Bund

Landkreis verteilt 3600 Laptops an bedürftige Schüler

Drei Herren halten Laptops, im Hintergrund stehen weitere verpackt gestapelt.
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Bergeweise Technik: Hundert tragbare Computer hat das IT-Team des Medienzentrums Hofgeismar (Azubi Julian Austen, IT-Meister Nejat Dost und Fachbereichsleiter Matthias Moede) vorbereitet. Erste Lieferungen (Bild) sind bereits verteilt.

Der Landkreis hat 3600 Tablets und Laptops angeschafft, um bedürftigen Schülern die Teilnahme am Distanzunterricht zu ermöglichen. Sie werden jetzt an die Schulen übergeben.

Landkreis Kassel – Etwa 23 000 Schüler gibt es im Kreis Kassel. Also können nur knapp 16 Prozent der Schüler ein Leihgerät erhalten. Kriterium für die Vergabe ist, dass dem Schüler im eigenen Haushalt kein PC, Laptop oder Tablet zur schulischen Nutzung zur Verfügung steht.

Haushalte mit mehr als zwei schulpflichtigen Kindern, wo nur ein PC, Laptop oder Tablet zur Verfügung steht, erhalten auch ein Leihgerät.

„Wir wollen mit diesen Kriterien keine überflüssige Bürokratie aufbauen, sondern nur sicherstellen, dass die Geräte auch an die Schüler ausgegeben werden, die sonst keine Chance haben, am Distanzunterricht teilzunehmen“, sagt Vizelandrat Andreas Siebert.

Schulen wurden bei Auswahl der Schüler einbezogen

Die Kriterien seien in Rücksprache mit den Schulen erarbeitet worden, ergänzt Kreissprecher Harald Kühlborn. Auf deren Rückmeldung zum Bedarf warte man gerade. Die Schulen wüssten sicher am besten über die Bedürfnisse ihrer Schüler Bescheid und würden die Endgeräte dann auch an die Kinder und Jugendlichen verteilen.

Deren Erziehungsberechtigte müssen via Unterschrift garantieren, dass die Bedürftigkeit besteht, erklärt Kühlborn. „Sollte sich zeigen, dass die Geräte nicht ausreichen, müssen wir gegebenenfalls noch einmal nachordern.“

Der Großteil der jetzt beschafften Geräte wurde mit Mitteln aus dem Sofortausstattungsprogramm des Bundes und des Landes Hessen gekauft. Aufgrund von Lieferengpässen seien die Geräte erst jetzt geliefert wurden, teilt Kühlborn mit. Bei den Geräten handele es sich hauptsächlich um iPads. Damit sei man einem Wunsch der Schulen nachgekommen.

Landkreis weist Kritik an den Geräten zurück

Am Mittwoch hat die CDU-Kreistagsfraktion kritisiert, dass die Geräte nicht mit der notwendigen Software ausgestattet seien und die Tablets keine DVD-Laufwerke und LAN-Anschlüsse hätten und so von den Schulen weder eingerichtet noch benutzt werden könnten.

Zudem müssten auch noch Lizenzen angeschafft werden, das wolle aber der Landkreis als Schulträger nicht tun, sagte Landratskandidat Andreas Mock. Er forderte mehr Stellen für technische Unterstützung der Schulen und größere Investitionen in die technische Ausstattung.

Kreispressesprecher Kühlborn wies die Kritik der Christdemokraten entschieden zurück. Er stellte klar, dass die Geräte gar nicht in den Schulen genutzt werden sollen, sondern von den Schülern zuhause, solange die Coronaregelungen gelten.

Zum einen seien DVD-Laufwerke nicht mehr Standard, fast alle schulbezogenen Inhalte seien über das Internet und das Schulportal erreichbar. Zum anderen müssten die Geräte an die individuellen Gegebenheiten, also die Netzwerke und WLAN-Strukturen im Elternhaus der Schüler angepasst werden.

Die ersten 500 Tablets und Laptops wurden jetzt ausgeliefert

Mitarbeiter der Schulen oder des Kreises dürften dort wegen der Coronaregelungen gar nicht tätig werden. Fünf neue Stellen für EDV-Betreuung seien übrigens im aktuellen Kreishaushalt eingestellt.

Den Schülern stehe für zwölf Euro im Jahr eine Microsoft-Office Version zur privaten Nutzung auf bis zu 15 Endgeräten zur Verfügung, die sie allerdings aus rechtlichen Gründen selbst installieren müssten. Alternativ gebe es auch kostenlose Office-Programme.

Alle Geräte müssen registriert und für die Fernwartung und technische Überwachung vorbereitet werden, erläutert IT-Experte Matthias Moede. Sie hoffen, etwa 500 bis 1000 Geräte pro Woche bearbeiten und ausliefern zu können.

Die ersten 500 Laptops und Tablet-Computer sind schon ausgeliefert, etwa an die Gesamtschulen Hofgeismar, Immenhausen, Bad Karlshafen und Kaufungen. Die übrigen 3152 Geräte sind iPads.

Auslieferung ließ wegen hoher Nachfrage auf sich warten

Als Ende August die 1,25 Millionen Euro vom Land da waren, erfolgte die Bestellung, aber wegen der großen Nachfrage werden sie erst jetzt geliefert.

Alle Geräte sind dann zwar bei den Schülern, per Fernwartung bleiben sie aber in technischer Hoheit des Kreises. Falls mal eins gestohlen wird, kann es von Ferne abgeschaltet werden. (Michaela Pflug und Thomas Thiele)

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