Rüsten gegen Tierseuche

Schweinepest dringt vor – Krisenstab einberufen

Zwei Wildschweine aus dem Tierpark Sababurg.
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Was Experten schon länger befürchtet haben, ist eingetreten: Es gibt die ersten Fälle der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland. Unser Bild zeigte Wildschweine im Tierpark Sababurg.

Die Schweinepest hat längst auch Deutschland erreicht. In der Region Kassel reagiert man nun. Es wurde extra ein Krisenstab hierfür einberufen. 

Kreisteil Hofgeismar– Für Förster und Jäger ist die afrikanische Schweinepest längst ein Thema. Die Tierseuche ist seit Kurzem nach Deutschland vorgerückt: In Brandenburg wurden infizierte tote Wildschweine gefunden. Der Kreis hat einen Krisenstab eingerichtet: Veterinäramt, Polizei, Jäger, Förster sowie Kommunen sollen dafür sorgen, dass schnell reagiert werde, wenn es einen Fall in der Region gebe.

Auch die Städte und Gemeinden bereiten sich vor (Hintergrund).Veterinäramt, Polizei, Jäger, Förster sowie Kommunen sollen dafür sorgen, dass schnell reagiert werde, wenn es einen Fall in der Region gebe. Auch die Städte und Gemeinden bereiten sich vor.

Vorbereitung auf Schweinepest im Kreis Kassel: 30 Tiere wurden erlegt

Jäger und Förster wollen mit verstärkter Bejagung den Wildschweinbestand möglichst klein halten. Infizierte Tiere könnten ungeschützte Schweine in landwirtschaftlichen Betrieben anstecken. So haben die vier Hegegemeinschaften Essetal, Diemeltal, Reinhardswald und Warmetal in einer abgestimmten Jagd 30 Tiere erlegt, sagt Florian Böttcher, Vorsitzender der Hegegemeinschaft Warmetal. 2019 wurden im Gebiet seiner Hegegemeinschaft 211 Tiere geschossen.

Die Jäger wünschten sich, dass der Kreis weiterhin auf die Gebühr für die Trichinenproben verzichte, ergänzte Böttcher. 16 Euro müssten sie sonst pro Schwein zahlen, damit deren Fleisch vermarktet werden könne. Bis zum Jahresende hat der Landkreis diese Gebühr ausgesetzt. Böttcher verweist darauf, dass Waldbesucher mithelfen können: Sie sollten die Jagdpächter informieren, wenn sie ein totes Wildschwein finden.

Florian Böttcher: Vorsitzender der Hegegemeinschaft Warmetal

Im Tierpark Sababurg sieht man sich gerüstet, sagte Betriebsleiter Uwe Pietsch. Das Wildschweingehege werde durch einen doppelten Zaun geschützt – eine Sicherheitsvorkehrung, die das Veterinäramt schon vor Jahren gefordert habe. Auf Schildern weise der Park darauf hin, dass Besucher die Tiere nur mit dem Futter des Tierparks füttern dürften. Sollte die Schweinepest bis in den Kreis vordringen, geht Pietsch davon aus, dass der Park seine Schweine töten müsse.

Für die Landwirte habe sich der Schweinepreis auf niedrigem Niveau stabilisiert, sagt Jörg Kramm vom Regionalbauernverband. Jetzt werde versucht, dass der asiatische Markt wieder Schweinefleisch aus Regionen ohne Schweinepest abnehme. (Bernd Schünemann und Bea Ricken)

Helfer aus Kommunen werden vorbereitet

Der Kreis will jeweils einen Helfer aus den Stadt- und Gemeindeverwaltungen schulen, die bei einem Ausbruch Zäune bauen oder tote Schweine zu einer Sammelstelle transportieren können. Das sagt Kreissprecher Harald Kühlborn. Elektrozäune, Bergungsgeräte und Sammelcontainer für Kadaver habe das Land bereits beschafft. Kühlborns Fazit: „Wir sind auf die Schweinepest vorbereitet, so gut, wie man es sein kann. Wir hoffen aber, dass der Kelch an uns vorüberzieht.“ 

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