Zuvor große Spendenbereitschaft

Schwerer Abschied nach Hilfsaktion: Hund Sam hat nicht überlebt

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Trauer: Semia Tounsi und ihre Mutter Heidi (im Foto) am Grab ihres Hundes. Er konnte erst beerdigt werden, nachdem der Boden nicht mehr gefroren war. 

Vaake. Krebskranker Schäferhund drohte zu ersticken und wurde eingeschläfert. 

Der wochenlange Kampf um den sterbenskranken Altdeutschen Schäferhund Sam, nahm vor Kurzem ein Ende. Da der todgeweihte Rüde zu ersticken drohte, entschieden sich sein Frauchen Heidi Tounsi und ihre Tochter Semia ihn zu erlösen. Zuvor hatte Sammy noch einiges über sich ergehen lassen müssen.

Umgeben von seinen Kuscheltieren, seinen Katzenfreunden und natürlich im Arm von seinen Frauchen begab sich Sam Mitte Februar auf die letzte Reise. Letzte Streicheleinheiten, Küsse und ein Meer von Tränen waren es, was er auf seinem Sofa im heimischen Wohnzimmer in den letzten Sekunden seines Lebens vernahm – eines, was von viel Krankheit und Schmerz, aber auch jeder Menge Freude geprägt war. Für die beiden Frauen ist der „Tod ihres Lieblings“ ein riesiger Verlust, war er doch rund um die Uhr an ihrer Seite – ein tierischer Kumpel halt, der mit einem Nasenstupser und etwas Schwanzwedeln schnell die Sorgen des Alltags vergessen ließ.

Um den fünfjährigen Rüden zu retten, haben die Vaakerinnen nichts unversucht gelassen: „Es war ein schwerer Weg für uns, die Öffentlichkeit um Unterstützung zu bitten, doch Anfang des Jahres hofften wir noch auf Besserung“, sagt die 67-Jährige. Damals war Verdacht auf Blutkrebs geäußert worden, eine Diagnose die sich nicht bewahrheiten sollte.

Durch den Aufruf in der HNA war der Fernsehsender VOX auf den kranken Hund aufmerksam geworden. „Weil Sam die Chance hatte von Experten angeschaut zu werden, haben wir zugestimmt ihn filmen zu lassen.“ Zwei lange Drehtage und zig Untersuchungen musste er einen Tag vor seinem Tod noch über sich ergehen lassen. „In der Tierklinik Hannover wurde er abermals geröntgt, Ultraschall gemacht, Blut abgenommen sowie die Leber und Milz punktiert“, schildert Semia Tounsi die Untersuchungen. Am zweiten Tag hätten sie schließlich die Diagnose bekommen: Krebs in Leber, Milz und Knochenmark. Trotz des sicheren Todesurteils riet die dortige Tieronkologin zur Chemotherapie, eine Empfehlung, die für Tounsis nicht in Frage kam.

„Sam ging es schon zuvor zunehmend schlechter, als wir aus der Tierklinik Hannover kamen, stand für uns fest, dass wir ihn erlösen wollen – wir wollten nur noch ein letztes Wochenende mit ihm erleben.“ Doch dieser Wunsch sollte sich nicht erfüllen: Starke Blutungen aus Maul und Nase sowie extreme Atemnot bewogen die beiden am Samstagmittag ihre Tierärztin zu informieren. „Wir wussten, dass Sams Sauerstoffversorgung extrem eingeschränkt war und er bei Verschlechterung ersticken würde“, berichten die Tierfreundinnen, das wollten sie ihrem Schatz auf keinem Fall zumuten.

So traurig die Krankengeschichte des hübschen Schäferhundes ist, so hat sie Tounsi auch erkennen lassen, wie viele tierliebe Menschen es doch gibt. „Die Spendenbereitschaft hat uns überwältigt – das übrige Geld werden wir auf jeden Fall unseren Tieren zugutekommen lassen und natürlich davon auch Sams Grab schmücken.“

Hinweis:Sams letzte Untersuchungen werden Ende März bei Vox in der Sendung „Hund, Katze, Maus“ zu sehen sein. Der genaue Termin steht noch nicht fest.

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