Warenladung zum Windpark

Fragen und Antworten: Schwertransporte müssen sich an Regeln halten

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Ein Beispiel für Schwertransport: Hier wurde eine große Gaskartusche auf dem Kreisverkehr am Flughafen in Calden abgestellt. 

In Eberschütz werden drei Windkraftanlagen errichtet. Durch Sielen fahren zu bestimmten Zeiten Schwertransporter. Sperrungen sind nötig.

Fragen und Antworten zu Schwertransportern.

Ab wann gilt ein Transporter als Schwertransporter?

Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten, da viele Kriterien mit rein spielen, sagt Harald Kühlborn, Pressesprecher des Landkreises Kassel. Grob gefasst ist zu sagen, dass ein Sattelschlepper ab einer Länge von 15,5 Metern, einer Breite von mehr als drei Metern und einem Gewicht von über 44 Tonnen auf jeden Fall Schwertransporte sind. „Es gibt aber auch Fahrzeugtypen, bei denen die Kriterien bereits früher erfüllt sind.

Welche Voraussetzungen müssen gegeben sein, damit eine Genehmigung für den Schwertransport erteilt werden kann?

Wenn der Transport nicht anders möglich ist, zum Beispiel durch Schiffe oder Züge, dann muss er auf der Straße stattfinden. Voraussetzung dafür ist, dass die zu benutzenden Straßen in der Lage sind, vom Schwertransporter befahren zu werden. „Man kann auch Straßen so herrichten, dass der Transport sie befahren kann. Danach müssen sie allerdings wieder in den ursprünglichen Zustand gebracht werden“, so Kühlborn.

Wer vergibt diese Genehmigung?

Dafür ist die zuständige Straßenverkehrsbehörde zuständig. Bedeutet: Da, wo der Transport startet oder wo die Transportfirma ihren Sitz hat, wird die Bescheinigung ausgestellt.

Welche Konsequenzen müssen Unternehmen befürchten, wenn Bedingungen und Auflagen nicht eingehalten werden?

Das kann laut Kühlborn richtig teuer werden, denn Verstöße werden als Ordnungswidrigkeit geahndet. Dabei kommt es auf die Schwere des Verstoßes, die Häufigkeit und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Transportunternehmens an. Da kann die Höhe des Bußgeldes schon mal bis zu 30 000 Euro betragen.

Wer arbeitet den Fahrtweg aus?

Zuerst muss der Transporteur die Rahmenbedingungen klären und dann zusammen mit den Straßenverkehrsbehörden auf den gesamten Fahrweg abstimmen. „Dafür wird ein sogenanntes Road-Book erstellt, das von den Behörden genehmigt werden muss“, sagt Kühlborn. Zudem werden die begleitenden Mitarbeiter des Transportunternehmens geschult, auf was sie an welcher Stelle des Fahrwegs zu achten haben.

Zu welchen Tageszeiten dürfen Schwertransporte unterwegs sein?

Es gibt eine Reihe von Vorgaben, die zum Teil für einzelne Straßenabschnitte unterschiedliche Zeiten festlegen. Grundsätzlich gilt, dass Schwerstransporte vorzugsweise in der Nachtzeit durchgeführt werden sollen.

Besser gesagt, zwischen 22 und 6 Uhr. Dabei ist es wichtig, dass andere Verkehrsteilnehmer so wenig wie möglich beeinträchtigt werden sollen.

Wo dürfen Schwertransporter parken?

Das kommt darauf an, denn eine spezielle Regelung für das Parken existiert nicht. Nur so viel gelte: „Grundsätzlich darf von einem parkenden Fahrzeug keine Gefährdung für andere Verkehrsteilenehmer und die vorhandene Verkehrsinfrastruktur ausgehen“, sagt Kühlborn.

Werden Anwohner entschädigt, falls während eines Transports etwas beschädigt wird?

Auf jeden Fall geschieht das. Laut Kühlborn haftet in einem solchen Fall das zuständige Transportunternehmen, beziehungsweise derjenige, der den Genehmigungsbescheid erhalten hat.

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