Kritik von Sportkreisvorsitzendem der Region Kassel

Seniorenrabatt: Streit um Vereinsbeiträge

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Namensvetter und aus dem Organisatorenteam der TSV nicht wegzudenken: Lothar Schilling, Lothar Zeuner, Lothar Schweinsberg und Lothar Laubach (von links). Sie engagieren sich seit vielen Jahren in Immenhausen. 

Hofgeismar. Ob Bahnfahrkarten, Eintritte oder  Sportveranstaltungen – Senioren profitieren häufig von Rabatten. Doch nicht alle finden das gerecht. 

Auch in Vereinen müssen über 65-Jährige meist einen geringeren Beitrag zahlen als jüngere Mitglieder. Der TSV Lippoldsberg hat dies nun geändert. Mitglieder, die über 65 Jahre alt und 50 Jahre im Verein sind, mussten vor der jüngsten Jahreshauptversammlung gar keinen Vereinsbeitrag zahlen. Jetzt zahlen sie die Hälfte der ursprünglichen Kosten.

Warum Senioren in Vereinen begünstigt werden, hat offenbar zwei Gründe: Zum einen ist es nach Aussagen verschiedener Vorstände der Tradition geschuldet, zum anderen fürchtet man um Mitglieder. „Es gibt viele Ältere, die nicht mehr aktiv am Vereinsleben teilnehmen“, sagt Rainer Schütz, Vorsitzender der TSG Hofgeismar. „Wenn diese dann plötzlich mehr zahlen müssen, nehmen sie das häufig als Anlass, den Verein zu verlassen.“

Bei der TSV Immenhausen zahlen Senioren ebenfalls weniger: über 70-Jährige 3,50 Euro (Grundbeitrag), Erwachsene 6 Euro. Wenn allerdings die ganze Familie im Verein ist, wird es günstiger. „Wir haben die komplette Beitragsfreiheit für über 70-Jährige 2016 abgeschafft und nun eine Lösung gefunden, mit der die meisten leben können“, sagt Kassenwart Lars Obermann.

„Alle sollten das Gleiche zahlen“

Roland Tölle, Sportkreisvorsitzender der Region Kassel, hält nichts von einem grundsätzlich günstigeren Beitrag für Senioren. „Alle sollten das Gleiche zahlen. Wenn überhaupt eine Vergünstigung, dann aus sozialen Gesichtspunkten.“ Er empfiehlt Vereinen, Mut zu haben und ihre Beitragsstrukturen bei Bedarf zu verändern und anzupassen. „Die meisten Mitgliedsbeiträge in der Region befinden sich sowieso schon am unteren Ende und sind von den meisten bezahlbar.“ Wenn jemand überhaupt nicht in der Lage sei zu zahlen, solle individuell über eine Vergünstigung oder Befreiung entschieden werden.

Auch die Angst vor Austrittswellen, speziell in Vereinen, wo die Beitragsfreiheit für Senioren aufgehoben wird, hält er für unbegründet. „Wer nichts zahlt, bringt dem Verein nichts, außer einer höheren Mitgliederzahl für die Statistik.“

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